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«Wir sind noch nicht gerettet»

Der FC Tuggen hat den Kopf wohl aus der Abstiegsschlinge gezogen. Doch Verteidiger Andrei Herlea warnt.

von Tobias Akermann, March-Anzeiger/Höfner Volksblatt

Die Saison neigt sich dem Ende zu. Der FC Tuggen steckt rein rechnerisch noch im Abstiegskampf. Jedoch müsste es in den verbleibenden zwei Schlussrunden mit dem Teufel zu und her gehen, um noch auf einen der beiden letzten Plätze abzurutschen. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung. Davon will Andrei Herlea aber nichts wissen: «Wir haben es noch nicht geschafft. Wir wissen, dass in dieser verrückten Gruppe alles sehr schnell gehen kann.» Jetzt locker zu lassen, wäre fahrlässig, so Herlea weiter.

Drei Tore in der Nachspielzeit

Was für eine Nachspielzeit zwischen Tuggen und der U21 St. Gallens. Der FCT schoss den vermeintlichen Siegestreffer zum 2:1 in der 91. Minute, musste aber nochmals nachlegen, um drei Punkte behalten zu können.

von Tobias Akermann, March-Anzeiger/Höfner Volksblatt

An Drama war die Schlussphase kaum zu überbieten. Bis eine Viertelstunde vor Schluss deutete jedoch noch nichts darauf hin. 0:0 stand es bis dahin. Die Zuschauer kamen dann aber auf ihre Rechnung: Fünf Tore,davon drei in der Nachspielzeit, gab es noch zu sehen. Jakup Jakupov versetzte die Tuggner mit seinem Tor zum 3:2 in der 94. Minute schliesslich in Ekstase. Mit dem Sieg machen die Tuggner,die erst kürzlich noch in akuter Abstiegsgefahr schwebten, einen grossen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Das unglaubliche Ende entschädigte für eine Partie, die vor allem in der ersten Halbzeit fad verlief. Ungenaues Passspiel führte dazu, dass es eine ereignislose Partie blieb. Vieles spielte sich zwischen, aber nicht in den beiden Strafräumen ab, in der Offensive taten sich beide Teams schwer, wobei die U21 des FC St. Gallen etwas besser im Spiel war und mehr Ballbesitz hatte. Was den Kampf anbelangte, knüpfte der FC Tuggen an die Leistung vom Samstag in Seuzach an.

«Es musste mal so kommen»

Mit dem Anpfiff zur zweiten Hälfte wurde das Spiel etwas lebendiger. Es blieb jedoch vorerst dabei, dass die Gäste etwas mehr vom Spiel hatten und die Tuggner eine enorme Kampfbereitschaft an den Tag legten. Sie waren sich nicht zu schade, sich in jeden der Abschlüsse der St. Gallern zu werfen.

Bis zum ersten Tor vergingen 75 Minuten. Nach einem Eckball stimmte die Zuordnung in der Defensive von Tuggen nicht. Den Platz nutze Valon Hamdiu aus. Er brachte die Gäste in Führung. Das Tor tat dem Spiel offensichtlich gut, denn es folgte die erwähnt irre Schlussviertelstunde. Tuggen musste reagieren, eine Niederlage hätte die Märchler wieder tief in den Abstiegskampf zurückgeworfen. Die Reaktion liess indes auch nicht lange auf sich warten. Der eingewechselte Nikola Marjanovic stand nach einem langen Ball am richtigen Ort, umkurvte den gegnerischen Torhüter und erzielte den Ausgleich.

Tuggen wollte mehr als den Ausgleich und suchte vehement die Führung. Und sie kam auch. Nach einem Eckball stand wiederum Marjanovic am richtigen Ort und köpfte in der 91. Minute zur Führung ein. Doch Tuggen musste wenige Sekunden nach dem Führungstor den Ausgleich hinnehmen. Die Geschichte dieser verrückten Nachspielzeit ist aber noch nicht zu Ende erzählt. Mit dem letzten Angriff kam doch noch der wichtige Sieg für Tuggen zu Stande. Marjanovic scheiterte mit seinem Freistoss am Goalie, jedoch verwertete Jakupov den Abpraller in der vierten Minute der Nachspielzeit. Es brachen alle Dämme. Mit diesem Sieg ist der FC Tuggen dem Klassenerhalt einen grossen Schritt nähergekommen. Nikola Marjanovic zeigte sich nach dem Spiel überglücklich: «Es musste mal so kommen, die ganze Saison mussten wir Hochs und Tiefs erleben. Es ist einfach schön, dass so ein Spiel auf unsere Seite kippte».

Tuggen – St. Gallen 2 3:2 (0:0)

Linthstrasse, 312 Zuschauer – SR: Tobias Thies

Tore: 75. Hamdiu 0:1, 83. Marjanovic 1:1, 91. Marjanoivc 2:1, 92. Nitaj 2:2, 94. Jakupov 3:2.

Tuggen: Marty; Herlea (84. Junuzi), Avdyli, Gutierrez, Schiendorfer; Santana, Meier, D’Acunto (76. Marjanoivc), Arifagic, Stadler; Ugljesic (64. Jakupov).

St. Gallen: Strübi; Ibraimi (46. Makia), Izmirlioglu, Nitaj; Kucani; Hamdiu, Pugliese (80. Staubli), Sejdija, Kräuchi (70. Campos); Eberle, Sutter.

Bemerkungen: Tuggen ohne Uzelac, Weller, Tinner, Murtisi und Le Bigonsan (alle verletzt). St. Gallen ohne Witzig, Wörnhard, Traber, Jacovic (Aufgebot anderes Team) und Fazliji (gesperrt). Verwarnungen: 5. Ibraimi (Foul), 44. Ugljesic (Foul), 94. Jakupov (Unsportlichkeit)

Den Kopf vorerst aus der Schlinge gezogen

Abstiegskampf pur auf dem Sportplatz in Seuzach. Seuzach und Tuggen schenkten sich nichts. Die Märchler sahen lange wie der Verlierer aus – kehrten die Partie dann aber in Überzahl zum 3:1.

von Tobias Akermann, March-Anzeiger/Höfner Volksblatt

Die Zuschauer bekamen ein Spiel geboten, in dem alles drin war: Kampf, Leidenschaft und Emotionen – zum Schluss mit dem besseren Ende für den FC Tuggen. Und so war nach Spielschluss die Erleichterung auf Seiten Tuggens gross. Beim Team, beim Staff, bei den mitgereisten Fans. Auch Cheftrainer Adrian Allenspach konnte nach Spielschluss durchatmen: «Heute Abend lief sehr viel für uns», sagte er.

Es war eine enorm hitzige und nervenaufreibende Partie. Beide Teams waren bemüht, aus einer sicheren Defensive heraus zu agieren. Tuggen war bereit, den Kampf anzunehmen und kam stets ein wenig besser ins Spiel. Die Seuzacher ihrerseits agierten oft mit langen Bällen und konnten so Nadelstiche setzen. In der Offensive fehlte bei beiden Kontrahenten jedoch die Präzision. Die Gangart wurde mit jeder gespielten Minute härter, viele Fouls führten zu vielen Unterbrüchen. Darunter litt der Spielfluss.

Dem Rückstand nachrennen

Mit der ersten Seuzacher-Chance ging das Heimteam in Führung. Gabriel Auer bekam im Strafraum viel Platz und war mit einem unhaltbaren Weitschuss erfolgreich. Somit musste der FCT, wie so oft in dieser Saison, einem Rückstand nachrennen.

Die wohl spielentscheidende Szene ereignete sich in der 35. Spielminute. Seuzachs Innenverteidiger Nico Weibel – Anfang 2017 aus Tuggen gekommen – sah fünf Minuten nach der ersten die zweite Gelbe Karte. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Spiel komplett auf den Kopf gestellt. Es entwickelte sich Einbahn-Fussball: Tuggen liess nun Gegner und Ball laufen. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich kommen würde. Trainer Allenspach lobte die Tuggner dafür, wie sie in dieser Phase auftraten. «Wir haben Ruhe bewahrt und sind nicht kopflos nach vorne gerannt. Wir wussten: Der Ausgleich wird kommen.» In der 73. Minute sollte er Recht bekommen. Zuerst aber musste Torhüter Carlo Marty einen der wenigen Konter von Seuzach unterbinden. Nach dem Gegenangriff glich Tuggen aus. Es war der wiedergenesene Thomas Weller, der mit einem herrlichen Weitschuss die Wende einleitete.

Keine fünf Minuten später wurden die Märchler für ihren Aufwand belohnt und konnten die numerische Überzahl ausnutzen. Nach einem Abpraller stand Petar Ugljesic richtig und drückte die Kugel zur Führung über die Linie.Seuzach versuchte,mit einem Mann weniger, nochmals zu reagieren und warf in der Schlussphase alles nach vorne. Dies ergab Platz, um Konter zu fahren. Tuggen nutze diesen Raum aus und entschied die Partie mit dem dritten Treffer endgültig. Jakup Jakupov war für die Entscheidung verantwortlich. Es folgen weitere wichtige Partien

Mit diesem wichtigen Sieg verliessen die Tuggner den ominösen Abstiegsstrich und kletterten auf den neunten Tabellenrang. Allerdings haben sie auch nach diesem Sieg nur zwei Pünktchen Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Deshalb mahnte Adrian Allenspach: «Der Sieg war wichtig, jedoch wurde der Abstiegskampf nicht in diesem Spiel entschieden. Es folgen noch drei sehr wichtige Partien.»

«Der Sieg war wichtig. Aber der Abstiegskampf wurde nicht heute entschieden.»

Adrian Allenspach

Trainer des FC Tuggen

 

Sechspunktespiel für den FC Tuggen

Die Lage des FC Tuggen ist misslich. Gewinnen die Märchler morgen nicht gegen Seuzach, rückt ein allfälliger Abstieg – der zweite in Serie – immer näher.

von Tobias Akermann

Es ist nicht die Saison des FC Tuggen. Auf die verkorkste Hinrunde reagierte Präsident Felix Huber und nahm einen Trainerwechsel vor. Es war ein Wechsel, der sich bis anhin noch nicht wunschgemäss auszahlte. Mit dem neuen, alten Trainer Adrian Allenspach stecken die Märchler tief im Abstiegssumpf. In der verrücktesten aller Erstliga-Gruppen kämpfen vier Runden vor Schluss sieben Mannschaften gegen den Abstieg. Die Entscheidung um den Abstieg wird voraussichtlich erst in der letzten Runde fallen.

Tuggen rutscht auf einen Abstiegsplatz

Morina

Der FC Tuggen verlor gestern ein wegweisendes Spiel gegen das nun ehemalige Schlusslicht und liegt erstmals auf einem Abstiegsplatz.

von Tobias Akermann, March-Anzeiger/Höfner Volksblatt

Gestern, an diesem herrlichen Sonntagnachmittag, gastierte der USV Eschen/Mauren an der Linthstrasse. Es war ein enorm wichtiges Spiel für beide Mannschaften – viel stand auf dem Spiel. Die Gäste aus dem Liechtenstein hielten die Rote Laterne, Tuggen lag mit nur zwei Punkten vor den Liechtensteinern unmittelbar über dem Strich. Nun ist alles anders: Kurz vor Schluss, beim Stand von 2:2, lancierte Eschen/ Mauren einen ihrer wenigen Angriffe, der zum entscheidenden dritten Tor und zum Sieg führte. Die Konsequenzen: Eschen/Mauren klettert über den Strich, Tuggen rutscht unter die ominöse Linie.

Tuggen hatte auch einen schlechten Start in die Partie erwischt und musste früh den Rückstand hinnehmen,nachdem Michael Bärtsch einen kapitalen Fehler von FCT-Goalie Carlo Marty ausnutzen konnte. Der Schlussmann, der zum zweiten Mal das Vertrauen von Adrian Allenspach erhielt, verschätzte sich bei einem langen Ball, woraufhin Bärtsch das leere Tor vor sich stehen hatte. Marty war jedoch nicht der einzige Sündenbock – es war schlicht nicht die Halbzeit Tuggens. Wenig bis gar nichts passte zusammen.Die Liechtensteiner waren die aktivere Mannschaft, jedoch blieben auch sie vor dem Tor zu ungenau.

Tuggen war am Drücker

Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit reagierte Tuggen auf die schwache erste Hälfte. Wie verwandelt kamen die Schützlinge von Allenspach aus der Kabine und waren gewillt, den Rückstand wettzumachen.Das klappte auch, als Dardan Morina per Kopf zum 1:1 traf. Allerdings konnten sich die Tuggner nur kurze Zeit über den Ausgleich freuen: Vier Zeigerumdrehungen später legte der Gast wieder vor. Aus dem Nichts war Nicolo Pola zur Stelle und konnte seine Farben wieder in Führung bringen. Es war ein Auf und Ab, auch wenn Tuggen nun klar verbessert auftrat. Tuggen zeigte auch nach dem neuerlichen Rückstand Moral und war bemüht, ja konnten ansatzweise die Gäste gar dominieren – was wiederum belohnt wurde. Rinor Avdyli, Tuggens Innenverteidiger, traf nach einem Eckball per Kopf zum 2:2.

Erneute Abstiegssorgen

Das Unentschieden brachte aber keinem etwas – erst recht nicht Tuggen, das nach dem Abstieg aus der Promotion nicht in die Fussball-Provinz durchgereicht werden möchte. Tuggen war sichtlich gewillt, den Dreier einzufahren, allerdings konnte Eschen/Mauren mit Kontern Nadelstiche in der Offensive setzten – und einnetzen. Tuggens Heimfluch bleibt somit bestehen: Seit Saisonbeginn hat der FCT erst einen Heimsieg gefeiert. Mit dieser negativen Bilanz verwundert auch die prekäre Tabellensituation nicht: Vier Runden vor Schluss läuft Tuggen erneut Gefahr, abzusteigen – dieses Mal in die 2. Liga interregional.

 

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