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Das wars wohl


Ein schwacher Auftritt, eine kapitale 1:2-Niederlage gegen Bavois – geschieht kein Fussballwunder,
steigt Tuggen ab. Die Nerven liegen blank. Kurz vor Ende der Partie entluden sich die Emotionen.

von Roger Züger

Die meisten der 350 Zuschauer quittierten den Auftritt Tuggens mit einem Kopfschütteln. Während 80 Minuten spielte der Tabellenletzte Tuggen nicht so, als wäre es das wichtigste Spiel im Kampf gegen den Abstieg. Und genau hier lag der Unterschied zwischen Tuggen und Bavois, das sich drei -Punkte erkämpfte und einen grossen Schritt Richtung Nichtabstieg gemacht hat. «Ich glaube, dass einige Spieler dem Druck nicht gewachsen waren», sagte ein nachdenklicher FCT-Trainer Bruno Berner nach der Partie. «Wir -waren zu wenig energisch, zu wenig hartnäckig, und haben die Partie nur über das Spiel, nicht aber über den Kampf beeinflussen wollen.»
Für Berner war der Gegentreffer zum 0:2 in der 50. Minute symptomatisch. «Egal, ob es tatsächlich ein Foul oder nicht … Wir bleiben liegen, schauen zum Schiedsrichter, während Bavois ungehindert zum Weitschuss kommt und das 2:0 schiesst.» Noch vor der Pause (31.) waren die Gäste durch -Adrian Alvarez in Führung gegangen. Dies nach einer Flanke, die die -gesamte Tuggner Defensive ausgehebelte.

Zverotic per sofort zurückgetreten!

Die Tuggner hatten gegen ein kompaktes und aufsässiges Bavois grosse Mühe. Hinten waren sie anfällig, vorne ineffizient. Es war Innenverteidiger Patrick Peters und Torhüter Fabian Fellmann zu verdanken – die besten Akteure Tuggens – dass sich der FCT überhaupt im Spiel halten konnte. Und vorne fehlte ein kaltblütiger Voll-strecker. Einer wie Anes Zverotic, der vor wenigen Tagen aus familiären und beruflichen Gründen per sofort zurückgetreten ist.
Aus dem Spiel heraus resultierten für Tuggen zwar zwei -Aluminiumtreffer, aber nichts Zählbares. Und wer gegen die schwächste Abwehr der Liga (60 Gegentreffer) keine Tore schiesst, der hadert zwangsläufig mit sich selbst.
Besser ins Spiel kam Tuggen erst mit der Einwechslung von Raul Cabanas (66.). Für den einzigen Tuggner Treffer (86.) waren jedoch Erzan Murtisi, der im Strafraum regelwidrig von den Beinen geholt wurde, und Javier Santana, der den Elfmeter erfolgreich ausführte, verantwortlich. Der Anschlusstreffer kam jedoch zu spät.
Die Nerven der Tuggner lagen blank. Sie liessen die Pulverfass-ähnliche Stimmung nur Sekunden später explodieren. Auslöser waren Tätlichkeiten von FCT-Spielern im Rücken des Schiedsrichters Nico Gianforte, dem die Partie komplett entglitten war. Das Resultat: ein Handgemenge, bei dem so viele Leute mittun wollten, bis am Schluss rund 35 Personen auf dem Platz standen. Gianforte hätte eine Handvoll roter Karten verteilen können; getroffen hat es nur Cabanas, der sich nicht beruhigen konnte und gar noch auf dem Weg in die Garderobe zurückgehalten werden musste, und Bavois’ Mejdi.
Gianforte war am Eskalieren der Partie nicht unschuldig. Ohne Zweifel hätte Aussenverteidiger Nezir Kurtic, als er Javier Santana brutal von den Beinen geholt hatte, mit der zweiten gelben Karte vom Platz gestellt werden müssen (56.). Stattdessen sah Tuggens Captain Daniel Senn Gelb wegen Rekla-mierens.

«Auf ein Minimum gesunken»

Für den schwachen Auftritt Tuggens ist aber nicht der Unparteiische, sondern die Spieler ganz alleine verantwortlich. Trainer Berner brachte es nach der Partie auf den Punkt: «Die Mannschaft ist heute ins Jahr 2016 zurückgefallen. Sie hat mit Entscheiden gehadert und war nicht fokussiert.»
Der 39-Jährige steht nun vor der fast unlösbaren Aufgabe, sein Team -innert Wochenfrist ins Hier und Jetzt zurückzuholen, um den Abstieg doch noch abwenden zu können. «Die Chancen sind auf ein absolutes Minimum gesunken – aber wir müssen uns zusammenraufen und uns die Chance gegen YF Juventus geben.» Ein Blick auf die Tabelle und das Restprogramm zeigt, wie klein eben diese Chance ist.

Tuggen – Bavois 1:2 (0:1)
Linthstrasse. 360 Zuschauer. – SR: Nico Gianforte
Tore: 31. Alvarez 0:1. 50. Zeneli 0:2. 86. Santana 1:2 (Foulpenalty)
Tuggen: Fellmann; Senn (66. Cabanas), Peters, Schiendorfer, Herlea; Santana, Stadler, D’Acunto, Istefi (55. Murtisi); Shala, Stevic (46. Romero).
Bavois: Kurtic (60. Monteiro), Bentayeb, Seipi, Zeneli; Demiri (78. Basha), Lahiouel, Le Neün, Mejdi; Alvarez, Makshana.
Bemerkungen: Tuggen ohne Waldvogel, Piperno, Tinner,
Al Obadi, Doda (alle verletzt). Verwarnungen: 35. Santana (Foul) 38. Demiri (Foul). 42. Kurtic (Foul). 57. Senn (Reklamieren). 82. Enrico (Unsportlichkeit). Platzverweise:
89. Cabanas und Mejdi (Tätlichkeit). Pfostenschuss:
12. Lahiouel. 94. Stadler Lattenschuss: 83. Cabanas.

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