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Klassenerhalt – oder der bittere Abstieg

Verliert der FC Tuggen morgen gegen das Spitzenteam Thalwil, läuft er Gefahr, sich nach 32 Saisons von der höchsten Amateurfussball-Ebene verabschieden zu müssen.

von Tobias Akermann

Die Saison bleibt spannend bis zur letzten Runde. Nicht nur an der Spitze, an der sich drei Teams Chancen auf die Aufstiegsspiele ausrechnen können. Am Ende der Tabelle kämpfen morgen Samstag sieben Mannschaften gegen den Abstieg – die Hälfte aller Teams also. Mittendrin: Der FC Tuggen, der nur einen Vorsprung von zwei Punkten auf die Abstiegsplätze aufweist.

Es ist sowieso eine Saison zum Vergessen für den FCT. Nach dem Abstieg aus der Promotion League im letzten Sommer wurde Tuggen von vielen Beobachtern favorisiert. Der Mannschaft des damaligen Trainers Danijel Borilovic wurde der sofortige Wiederaufstieg zugetraut. Auch Spieler und Staff sprachen von den Aufstiegsspielen. Das Ziel musste jedoch bereits nach Saisonhälfte revidiert werden. Zu erfolglos verlief die Hinrunde.

Nach dem Trainerwechsel – der langjährige Erfolgstrainer Adrian Allenspach kehrte an die Seitenlinie zurück – sollte alles besser werden. Der Start in die Frühjahrsrunde gelang mit dem 4:0-Heimsieg gegen Balzers ideal. Es war ein Warnsignal an die Konkurrenz. Der FCT sollte noch nicht abgeschrieben werden. Es blieb allerdings beim Warnsignal.

Immer wieder verschenkte Tuggen in der Folge unnötig Punkte. Erst Anfang April folgte mit dem 2:1-Auswärtssieg beim starken Mendrisio ein Lebenszeichen. Der Siegtreffer gelang tief in der Nachspielzeit.

Der Sieg im Tessin hätte der grosse Befreiungsschlag werden können. Es kam bekanntlich anders. Tuggen geriet in ein Tief, verlor dreimal in Serie. Besonders bitter: Die Heimpleite gegen das damalige Schlusslicht Eschen/Mauren. Die Liechtensteiner, die mittlerweile auf Rang neun geklettert sind, schöpften neuen Mut, Tuggen fiel unter den Strich.

Erst nach diesem Tiefpunkt schien es, dass die Tuggner den Abstiegskampf annahmen. MitdemMesseramHalsgelangenzweiimmens wichtige Siege gegen Seuzach und St. Gallen. Gerettet war der FCT danach nicht. In der extrem ausgeglichenen Liga wurde die Tabelle nach praktisch jedem Spieltag wieder auf den Kopf gestellt. Und nun gestaltet sich die Ausgangslage extrem spannend (siehe Seite 17). Einige Mannschaften konnten sich in eine sehr gute Ausgangslage bringen. Tuggen gehört nicht dazu.

Das Wichtigste aus Sicht des FC Tuggen ist jedoch: Er kann den zweiten Abstieg innert eines Jahres aus eigener Kraft verhindern. Mit einem Heimsieg gegen Thalwil wäre man definitiv gerettet. Die Zürcher, morgen Gast an der Linthstrasse, spielten lange an der Spitze mit und liebäugelten mit dem Aufstieg. Doch dann geriet Thalwil in ein veritables Formtief. In den letzten sechs Partien gab es nur noch einen Punkt.

Dies könnte die Chance sein für Tuggen. Bei einem Remis oder gar einer Niederlage aber würde das grosse Rechnen beginnen. Man müsste einen Blick auf die anderen Sportplätze richten und darauf hoffen, dass die direkten Konkurrenten keine oder nicht genügend Punkte holen. Und somit hofft Tuggen, trotz schwierig und harzig verlaufener Saison, auf ein Happy End.

Tuggen – Thalwil samstag, 16 Uhr, Linthstrasse

 

Tuggen muss nochmals zittern

Weil die Märchler in Bellinzona sang- und klanglos mit 0:3 verloren und gleichzeitig alle Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg punkteten, ist der FC Tuggen noch nicht gerettet.

von Tobias Akermann, March-Anzeiger/Höfner Volksblatt

«Wir sind noch nicht gerettet»

Der FC Tuggen hat den Kopf wohl aus der Abstiegsschlinge gezogen. Doch Verteidiger Andrei Herlea warnt.

von Tobias Akermann, March-Anzeiger/Höfner Volksblatt

Die Saison neigt sich dem Ende zu. Der FC Tuggen steckt rein rechnerisch noch im Abstiegskampf. Jedoch müsste es in den verbleibenden zwei Schlussrunden mit dem Teufel zu und her gehen, um noch auf einen der beiden letzten Plätze abzurutschen. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung. Davon will Andrei Herlea aber nichts wissen: «Wir haben es noch nicht geschafft. Wir wissen, dass in dieser verrückten Gruppe alles sehr schnell gehen kann.» Jetzt locker zu lassen, wäre fahrlässig, so Herlea weiter.

Drei Tore in der Nachspielzeit

Was für eine Nachspielzeit zwischen Tuggen und der U21 St. Gallens. Der FCT schoss den vermeintlichen Siegestreffer zum 2:1 in der 91. Minute, musste aber nochmals nachlegen, um drei Punkte behalten zu können.

von Tobias Akermann, March-Anzeiger/Höfner Volksblatt

An Drama war die Schlussphase kaum zu überbieten. Bis eine Viertelstunde vor Schluss deutete jedoch noch nichts darauf hin. 0:0 stand es bis dahin. Die Zuschauer kamen dann aber auf ihre Rechnung: Fünf Tore,davon drei in der Nachspielzeit, gab es noch zu sehen. Jakup Jakupov versetzte die Tuggner mit seinem Tor zum 3:2 in der 94. Minute schliesslich in Ekstase. Mit dem Sieg machen die Tuggner,die erst kürzlich noch in akuter Abstiegsgefahr schwebten, einen grossen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Das unglaubliche Ende entschädigte für eine Partie, die vor allem in der ersten Halbzeit fad verlief. Ungenaues Passspiel führte dazu, dass es eine ereignislose Partie blieb. Vieles spielte sich zwischen, aber nicht in den beiden Strafräumen ab, in der Offensive taten sich beide Teams schwer, wobei die U21 des FC St. Gallen etwas besser im Spiel war und mehr Ballbesitz hatte. Was den Kampf anbelangte, knüpfte der FC Tuggen an die Leistung vom Samstag in Seuzach an.

«Es musste mal so kommen»

Mit dem Anpfiff zur zweiten Hälfte wurde das Spiel etwas lebendiger. Es blieb jedoch vorerst dabei, dass die Gäste etwas mehr vom Spiel hatten und die Tuggner eine enorme Kampfbereitschaft an den Tag legten. Sie waren sich nicht zu schade, sich in jeden der Abschlüsse der St. Gallern zu werfen.

Bis zum ersten Tor vergingen 75 Minuten. Nach einem Eckball stimmte die Zuordnung in der Defensive von Tuggen nicht. Den Platz nutze Valon Hamdiu aus. Er brachte die Gäste in Führung. Das Tor tat dem Spiel offensichtlich gut, denn es folgte die erwähnt irre Schlussviertelstunde. Tuggen musste reagieren, eine Niederlage hätte die Märchler wieder tief in den Abstiegskampf zurückgeworfen. Die Reaktion liess indes auch nicht lange auf sich warten. Der eingewechselte Nikola Marjanovic stand nach einem langen Ball am richtigen Ort, umkurvte den gegnerischen Torhüter und erzielte den Ausgleich.

Tuggen wollte mehr als den Ausgleich und suchte vehement die Führung. Und sie kam auch. Nach einem Eckball stand wiederum Marjanovic am richtigen Ort und köpfte in der 91. Minute zur Führung ein. Doch Tuggen musste wenige Sekunden nach dem Führungstor den Ausgleich hinnehmen. Die Geschichte dieser verrückten Nachspielzeit ist aber noch nicht zu Ende erzählt. Mit dem letzten Angriff kam doch noch der wichtige Sieg für Tuggen zu Stande. Marjanovic scheiterte mit seinem Freistoss am Goalie, jedoch verwertete Jakupov den Abpraller in der vierten Minute der Nachspielzeit. Es brachen alle Dämme. Mit diesem Sieg ist der FC Tuggen dem Klassenerhalt einen grossen Schritt nähergekommen. Nikola Marjanovic zeigte sich nach dem Spiel überglücklich: «Es musste mal so kommen, die ganze Saison mussten wir Hochs und Tiefs erleben. Es ist einfach schön, dass so ein Spiel auf unsere Seite kippte».

Tuggen – St. Gallen 2 3:2 (0:0)

Linthstrasse, 312 Zuschauer – SR: Tobias Thies

Tore: 75. Hamdiu 0:1, 83. Marjanovic 1:1, 91. Marjanoivc 2:1, 92. Nitaj 2:2, 94. Jakupov 3:2.

Tuggen: Marty; Herlea (84. Junuzi), Avdyli, Gutierrez, Schiendorfer; Santana, Meier, D’Acunto (76. Marjanoivc), Arifagic, Stadler; Ugljesic (64. Jakupov).

St. Gallen: Strübi; Ibraimi (46. Makia), Izmirlioglu, Nitaj; Kucani; Hamdiu, Pugliese (80. Staubli), Sejdija, Kräuchi (70. Campos); Eberle, Sutter.

Bemerkungen: Tuggen ohne Uzelac, Weller, Tinner, Murtisi und Le Bigonsan (alle verletzt). St. Gallen ohne Witzig, Wörnhard, Traber, Jacovic (Aufgebot anderes Team) und Fazliji (gesperrt). Verwarnungen: 5. Ibraimi (Foul), 44. Ugljesic (Foul), 94. Jakupov (Unsportlichkeit)

Den Kopf vorerst aus der Schlinge gezogen

Abstiegskampf pur auf dem Sportplatz in Seuzach. Seuzach und Tuggen schenkten sich nichts. Die Märchler sahen lange wie der Verlierer aus – kehrten die Partie dann aber in Überzahl zum 3:1.

von Tobias Akermann, March-Anzeiger/Höfner Volksblatt

Die Zuschauer bekamen ein Spiel geboten, in dem alles drin war: Kampf, Leidenschaft und Emotionen – zum Schluss mit dem besseren Ende für den FC Tuggen. Und so war nach Spielschluss die Erleichterung auf Seiten Tuggens gross. Beim Team, beim Staff, bei den mitgereisten Fans. Auch Cheftrainer Adrian Allenspach konnte nach Spielschluss durchatmen: «Heute Abend lief sehr viel für uns», sagte er.

Es war eine enorm hitzige und nervenaufreibende Partie. Beide Teams waren bemüht, aus einer sicheren Defensive heraus zu agieren. Tuggen war bereit, den Kampf anzunehmen und kam stets ein wenig besser ins Spiel. Die Seuzacher ihrerseits agierten oft mit langen Bällen und konnten so Nadelstiche setzen. In der Offensive fehlte bei beiden Kontrahenten jedoch die Präzision. Die Gangart wurde mit jeder gespielten Minute härter, viele Fouls führten zu vielen Unterbrüchen. Darunter litt der Spielfluss.

Dem Rückstand nachrennen

Mit der ersten Seuzacher-Chance ging das Heimteam in Führung. Gabriel Auer bekam im Strafraum viel Platz und war mit einem unhaltbaren Weitschuss erfolgreich. Somit musste der FCT, wie so oft in dieser Saison, einem Rückstand nachrennen.

Die wohl spielentscheidende Szene ereignete sich in der 35. Spielminute. Seuzachs Innenverteidiger Nico Weibel – Anfang 2017 aus Tuggen gekommen – sah fünf Minuten nach der ersten die zweite Gelbe Karte. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Spiel komplett auf den Kopf gestellt. Es entwickelte sich Einbahn-Fussball: Tuggen liess nun Gegner und Ball laufen. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich kommen würde. Trainer Allenspach lobte die Tuggner dafür, wie sie in dieser Phase auftraten. «Wir haben Ruhe bewahrt und sind nicht kopflos nach vorne gerannt. Wir wussten: Der Ausgleich wird kommen.» In der 73. Minute sollte er Recht bekommen. Zuerst aber musste Torhüter Carlo Marty einen der wenigen Konter von Seuzach unterbinden. Nach dem Gegenangriff glich Tuggen aus. Es war der wiedergenesene Thomas Weller, der mit einem herrlichen Weitschuss die Wende einleitete.

Keine fünf Minuten später wurden die Märchler für ihren Aufwand belohnt und konnten die numerische Überzahl ausnutzen. Nach einem Abpraller stand Petar Ugljesic richtig und drückte die Kugel zur Führung über die Linie.Seuzach versuchte,mit einem Mann weniger, nochmals zu reagieren und warf in der Schlussphase alles nach vorne. Dies ergab Platz, um Konter zu fahren. Tuggen nutze diesen Raum aus und entschied die Partie mit dem dritten Treffer endgültig. Jakup Jakupov war für die Entscheidung verantwortlich. Es folgen weitere wichtige Partien

Mit diesem wichtigen Sieg verliessen die Tuggner den ominösen Abstiegsstrich und kletterten auf den neunten Tabellenrang. Allerdings haben sie auch nach diesem Sieg nur zwei Pünktchen Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Deshalb mahnte Adrian Allenspach: «Der Sieg war wichtig, jedoch wurde der Abstiegskampf nicht in diesem Spiel entschieden. Es folgen noch drei sehr wichtige Partien.»

«Der Sieg war wichtig. Aber der Abstiegskampf wurde nicht heute entschieden.»

Adrian Allenspach

Trainer des FC Tuggen

 

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