Eine interessante, lange Zeit offene Partie entschied Tuggen am Samstag gegen St. Gallens Zweite mit 4:2 für sich.

Von Bruno Füchslin

 

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St.-Gallen-Hüter Livio Sonderegger wehrte diesen Kopfball von Daniel Senn (22.). Foto fü.

Tabellenvorletzte sind vom Ranglistenzweiten nicht von vornherein besiegt. Zumal dann, wenn im Beispiel Tuggen – St. Gallen die Gäste am Vortag von der finanziellen Rettung ihres Vereins erfuhren. So etwas muss nicht, aber kann die Moral dermassen beflügeln, dass schlummernde Zusatzkräfte frei werden und dem, der nach der so genannten Papierform Favorit ist, ungewohnt einheizen. Mit bislang nur 14 erzielten Treffern aus 13 Partien standen die Gäste diesbezüglich gar mager da.
Torszenen da und dort vermochten das Publikum zu erwärmen. Tuggens frühe Führung (9., Kopfball Nushi nach Huber-Eckball) liess die zumindest vom Heimclub erwartete Richtung erahnen. In der Abfolge der ersten Hälfte jedoch blieb die Ranglistendifferenz nicht ersichtlich.
St. Gallens Ausgleich – Sutter schloss einen Alleingang erfolgreich ab (19.) – motivierte die Gäste sichtlich. Dass ihr Torhüter Livio Sonderegger mehrfach Bälle abwehrte (10., 22., 44. Senn), tat das Seine mit hinzu, dass die Partie im Feld, dem Ergebnis und der Punktevergabe offen blieb und eine zumindest gleichwertig interessante zweite Hälfte erwarten liess.
Nummerischer Vorteil
Als die Gastgeber die Schrecksekunde einer Lehmann-Möglichkeit (54., trifft aus 16 Metern nicht) überstanden hatten, kam ihnen die Ungestümtheit Daniel Bruggmanns entgegen: Der Gäste-Mittelfeldspieler musste nach Foul an Zverotic vorzeitig duschen gehen (61.); dies nur fünf Minuten nach der ersten Verwarnung. Eine Vorentscheidung?
Dem schien so. Gandolfo schlenzte einen Ball in Sondereggers hintere Eck (63.), und Zverotic doppelte aus kurzer Distanz, nach Rechtsflanke, nach (73.). Wer aber jetzt von den Gästen einen Dämmerungs-Einbruch der anderen Art erwartete, sah sich getäuscht. Ivic spannte gleich nach Wiederanpfiff mit einem satten 19-Meter-Abschluss die Retourkuschte und gab den Seinen ein neuerliches Signal des Noch-Nicht-Aufgebens.
Die Punkte blieben indes dennoch an der Linthstrasse: Erst vergab der eingewechselte Gashi das Definitive (87.), ehe Zverotic per sanftem Lupfer das Schlussergebnis notieren liess (93.).
Tuggen – St. Gallen U21 4:2 (1:1
Linthstrasse. 390 Zuschauer. SR: Giosia Poma.
Tore: 9. Nushi 1:0. 19. Sutter 1:1. 63. Gandolfo 2:1. 73. Zverotic 3:1. 74. Ivic 3:2. 93. Zverotic 4:2.
Tuggen: Bernet; Hoxhaj (46. Piperno), Nushi, Schmid, Huber; Santana (71. Imhof), Gandolfo, Moser, Murtisi; Senn (80. Gashi), Zverotic.
St. Gallen: Sonderegger; Trajkovic (77. Owana), Knöpfel, Franin, Grin; Ivic, Bruggmann, Cicek (68. Cokicli), Schenk (46. Güntensperger); Lehmann, Sutter.
Bemerkungen: Tuggen ohne Leskovci und Etemi (beide gesperrt) sowie Pedrotti und Maier (beide verletzt). St. Gallen ohne Lang, Sen, Aebersold, Summer, Eberle und Nguyen (alle verletzt) sowie Coppola und Bytyqi (nicht im Aufgebot). 79. Kopftor Schmid wegen Abseits nicht gegeben. Platzverweis: 61. Bruggmann (gelb/rot; Foul an Zverotic). Verwarnungen: 56. Bruggmann (Reklamieren), 81. Gashi (Foul an Knöpfel), 91. Güntensperger (Foul an Huber). Geahndete Regelvergehen: 16 (7) gegen Tuggen, 18 (9) gegen St. Gallen. Corners 8:3 (4:2).

Das gab zu reden ...
Güntensperger. Wie das Fussball-Leben so spielt: Der einzige Tuggner auf dem Feld spielte bei St. Gallen. Roman Güntensperger, Filius des FCT-Präsidenten, wurde zum zweiten Abschnitt eingewechselt und hatte nacheinander gleich drei Positionen zu besetzen: Erst im linken, dann im rechten Mittelfeld und schliesslich noch als Rechtsverteidiger.
Stärker als erwartet. St. Gallen spielte stärker, als es die Tabellenlage vermuten liess. Möglich, dass Bruggmanns Dummheiten, die den Schwyzern für die jetzt Kräfte zehrenden Schlussminuten den nummerischen Vorteil einbrachten, die Punktevergabe zwar nicht direkt-kausal, aber doch mitbeeinflussend entschied.
Stark am Schluss. Wieder hat Tuggen die Punkte in der Schlussphase gesichert. Die Statistik weist aus, dass die Märchler von den aktuell erzielten 33 Toren deren 17 – mehr als die Hälfte – ab der 60. Minute bis Schlusspfiff erzielten. In diesem Zeitabschnitt kassierten sie nur sieben von total 22 Gegentreffern. Der Dreier gegen St. Gallen ergab durch die Heimniederlage Brühls gegen Cham (1:3) die Tabellenführung.
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