Samstag, 20. November 2010
Ein neuer Zuschauer-Stadionrekord, aber sportlich chancenlos: Tuggen unterlag dem FC Zürich im Cup-Achtelfinal klar mit 0:4. Die zeitliche Torfolge begünstigte den Favoriten in krasser Weise.
Von Bruno Füchslin
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Da staunt FCZ-Doppeltorschütze Admir Mehmedi: Tuggens Simone Gandolfo (16) und Moritz Schmid im teaminternen Kopfballduell. Foto fü.
 
Es stimmte vorab so gut wie alles: Für den Monat November tolles Fussballwetter, über 4000 erwartungsvolle Zuschauer – die berühmte Cup-Stimmung auf dem Lande also. Aber dümmer hätte die Partie für die Gastgeber nicht beginnen können. Zürich mit Anspiel, Ball nach rechts, Schönbächler flankt, Mehmedi köpfelt, Bernet wehrt, aber Hassli staubt ab – nach 17 Sekunden lag der Ball im Netz und der Favorit in Führung.
Es war jene Szene, die Tuggens Präsident Erich Güntensperger nach der Partie so treffend als «Stimmungskiller» bezeichnete. Inwieweit dieser Tuggen-Fehlstart für den weiteren Verlauf spielbeeinflussend war, lässt sich nur erahnen. Dass er dem Stadtclub entgegen kam, bestätigte nach der Partie FCZ-Trainer Urs Fischer: «Mein Team hat gezeigt, dass es von Beginn weg wach war, wie ich es gefordert und erwartet habe.»
Keine Stimmung geweckt
Obwohl die Gastgeber in der Folge partizipierten, zu Eckbällen kamen (am Ende mit einer beachtlichen 8:2-Statistik), gelang nicht, Richtung Abschlusspositionen Zwingendes zu erarbeiten. Im Feld war die Begegnung offen, ohne ersichtliche Ligadifferenzen. Aber Zürich hatte früh erreicht, dass es ohne Druck und mit Geduld agieren konnte.
Jetzt, beim Stand von 0:1, entschied sich die Partie. Zwei, drei heisse Szenen vor Leoni hätten wohl für jene Emotionen gesorgt, die ein Unterklassiger braucht, um stärker zu werden, Unterstützung zu wecken, das Publikum mitzunehmen und Selbstvertrauen aufzubauen.
Stattdessen aber lupfte Schönbächler nach einer halben Stunde das Leder auf Mehmedi, der mit seinem Einschuss die Aufgabe für Tuggen noch schwieriger machte. Als wiederum Mehmedi zwei Minuten vor der Pause, nach Buff-Anspiel, gar das 3:0 schoss, hatte die Begegnung ihren Sieger feststehen.
Zwei Tuggner Möglichkeiten
Abschnitt zwei offerierte Tuggen zwei Möglichkeiten, die bei diesem Spielstand doch noch ein Spürchen Aufhol-Hoffnung hätten bringen können. Zverotics Kopfball, auf Murtisi-Flanke hin, strich knapp am Lattenkreuz vorbei (59.). Dass Hoxhajs Freistoss an die Latte ging (64.), passte dann irgendwie, dass Tuggen zu keinem Treffer kam und dessen Bemühen über dem Ertrag zu stehen kam.
Zürich spielte in der Schlusshalbstunde defensiv weiter konzentriert, so dass dem Platzclub letztlich ein «ehrenvolles Ausscheiden» blieb.
Tuggen – Zürich 0:4 (0:3)
Linthstrasse. 4240 Zuschauer (Stadionrekord). SR: Patrick Graf.
Tore: 1. Hassli 0:1. 32. Mehmedi 0:2. 43. Mehmedi 0:3. 83. Gajic 0:4.
Tuggen: Bernet; Hoxhaj (78. Joller), Nushi, Schmid, Huber (73. Piperno); Santana, Gandolfo, Moser (83. Gashi), Murtisi; Zverotic, Senn.
Zürich: Leoni; Koch, Rochat, Teixeira, Magnin; Schönbächler, Buff (62. Gajic), Aegerter (79. Kukuruzovic), Djuric; Mehmedi, Hassli (73. Nikci).
Bemerkungen: Tuggen ohne Etemi (gesperrt) und Maier (verletzt). Zürich ohne Rodriguez, Margairaz, Chermiti, Alphonse, Stahel und Chikhaoui (alle verletzt) sowie Borkovic, Barmettler und Dedaj (U21). 49. Pfostenschuss Buff. 64. Lattenschuss Hoxhaj. Verwarnungen: 27. Buff (Foul an Senn), 36. Hoxhaj (Foul an Magnin), 63. Teixeira (Foul an Moser). Corners 8:2 (4:2).
Zum Spiel meinten ...
FCZ-Trainer Urs Fischer: «Natürlich war dieses erste, so früh gefallene Tor auch für uns als Oberklassiger wichtig. Meine Mannschaft hat mich überzeugt; sie spielte einfach und zweckdienlich, was auf diesem tiefen Rasen das richtige Mittel war.»
Silvan Aegerter, FCZ-Mittelfeldspieler: «Wir haben unser Ziel, in den Viertelfinal vorzustossen, erreicht. Gut für uns war, dass Tuggen in dieser und jener Szene auch ein bisschen Abschlüssglück gefehlt hat.»
Tuggen-Trainer Adrian Allenspach sah ein eigenes Team, das «nach diesem Gegentreffer nach wenigen Sekunden wie gelähmt war und nicht entschlossen genug agierte, um Zürich zu gefährden. Die zweite Halbzeit war okay. Schade, dass uns nicht immerhin der Ehrentreffer gelang.»
Tuggen-Präsidet Erich Güntensperger war «zufrieden, dass die Organisation rund um diese für den Verein aussergewöhnliche Begegnung so gut geklappt hat. Sportlich gesehen ist uns nicht gelungen, den FCZ so zu ärgern, wie wir uns dies vorgestellt haben. Wir hatten summa summarum zu wenig entgegenzusetzen.»

 

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