Tuggens Aussenverteidiger Andrei Herlea stand auf der Schwelle zum Profifussball. 
Nun setzt er auf eine Karriere als Hochbauzeichner.

Schwizer Dominik Herlea Andrei 01
Herlea ist bestens in Tuggen angekommen (Archivbild: Carlo Stuppia)



Er spielte bei den Junioren von GC und für Lugano in der Challenge League. Den Schritt zum Profi schaffte Andrei Herlea (23) aber nicht. «Wenn sich nochmals eine Türe öffnen sollte, müsste ich mir das überlegen. Aber ich setze nicht mehr drauf, Profi zu werden», sagt der rumänisch-schweizerische Doppelbürger heute. Stattdessen strebt er eine andere Karriere an. «Ich habe eine Ausbildung als Hochbauzeichner abgeschlossen und bin seit Anfang Jahr selbstständig, zeichne Pläne für Architekten. Gleichzeitig habe ich ein Studium zum Bauleiter und Techniker begonnen – ich bin zufrieden, wie es derzeit läuft», so Herlea.

Zufrieden ist der ehemalige rumänische U21-Nationalspieler auch mit seinen bisherigen Auftritten für Tuggen. «Es läuft mir nicht schlecht, aber ich habe noch Luft nach oben», sagt Herlea, der im Sommer aus Dietikon zu Tuggen gestossen war. «Ich kam von einem 1.-Liga-Absteiger zum FCT und erwartete deshalb nicht, sofort Stammspieler zu sein.»

«Christoph Born sprach mich darauf an»
Herleas Abgang vom FC Dietikon verlief nicht ohne Nebengeräusche. Im Winter bot sich ihm die Chance, zum TSV Steinbach in die deutsche Regionalliga zu wechseln, doch der Club stellte sich quer. «Ich war enttäuscht. Aber ich wollte kein grosses Drama daraus machen. Schliesslich hatte ich ja einen Vertrag unterzeichnet. Also spielte ich die Saison so gut es ging zu Ende.» Danach aber war für Herlea klar, dass er den Club wechseln würde.

So kam der FC Tuggen ins Spiel. «Die ersten Kontakte mit Trainer Adrian Allenspach gab es zu Beginn der Rückrunde. Zuvor hatte mich bereits Christoph Born, der in Tuggen spielte und bei GC Torhütertrainer ist, darauf angesprochen», so Herlea. «Allenspach und FCT-Präsident Felix Huber sahen sich dann das Spiel Dietikon gegen Thalwil an. Allerdings nicht wegen mir, sondern wegen Neto (Da Silva Gomes; Red.), der jetzt auch in Tuggen spielt. Huber wusste noch gar nicht, dass Allenspach mich auf dem Radar hatte und sagte später zu ihm, dass bei Dietikon ein interessanter Aussenverteidiger spiele», führt Herlea lachend aus.

«Sie haben keinen guten Teamgeist»
Mit Dietikon ist Herlea abgestiegen. Dies will er mit Tuggen nicht erleben. «Zum Saisonstart spielten wir schwach, wir hatten zu Recht kaum Punkte. Aber wir konnten uns zuletzt steigern.» Warum ist Tuggen dennoch Schlusslicht? «Gute Frage. Es sind wohl die individuellen Fehler. Dies sah man sogar im Cupspiel gegen Basel. Kein Gegentor war zwingend.» Dass Herlea den Schlager wegen einer Sperre verpasste, tat ihm zwar weh. «Aber ich konnte es verkraften. Mehr weh tat, dass wir in Bavois verloren hatten – das war unnötig.»

Dennoch ist Herlea zuversichtlich, dass der FCT aus der Negativspirale herausfindet. Insbesondere morgen gegen United Zürich. «Ich kenne einige Spieler dieser Mannschaft. Ich glaube nicht, dass sie einen guten Teamgeist haben. Dies spricht für uns. Obwohl wir Letzter sind, kämpfen wir füreinander. Deswegen gewinnen wir. Davon bin ich überzeugt.»

Fünf Aufstiege in acht Saisons ergibt viele Wiedersehen
Nachdem Schlusslicht Tuggen in Bavois bereits ein Duell gegen einen Vorletzten verloren hat, kommt es am Wochenende erneut zu einem Kellerduell. Gegner ist United Zürich. Der Club hat bewegende Jahre hinter sich. 1985 als FC Fenerbahce Zürich gegründet, wandelte er sich 2008 zu einem Multikultiverein und heisst seit 2010 United Zürich. In einer gross angelegten PR-Kampagne kündete der Club an, im Jahr 2018 Schweizer Meister zu werden. Dazu wird es nicht kommen, erfolgreich war der Club trotzdem. In acht Saisons feierte das Fanionteam fünf Aufstiege. Der Triumphzug wird heuer jedoch vorerst gestoppt. United Zürich hinkt den eigenen Ambitionen hinterher und findet sich auf dem vorletzten Platz wieder – trotz prominent besetzten Kaders. Einige Akteure waren einst beim Ligakonkurrenten YF Juventus engagiert. Auch Salvatore Andracchio,der sieben Jahre Trainer von YF war und oft gegen Tuggen coachte. Keinem anderen Trainer stand Andracchio so oft gegenüber wie FCT-Trainer Adrian Allenspach. Von 13 Partien gewann Allenspach sieben, Anndracchio sechs. Nicht nur auf der Bank, auch auf dem Rasen wird es ein Wiedersehen geben: Mit Christian Schlauri, David Trovato und Nicolas Huber sind bei Zürich United drei ex-Tuggner engagiert.

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch



United Zürich – Tuggen
Samstag, 16 Uhr, BuchlernZürich

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