Der FC Tuggen gewinnt zu Hause gegen den BSC Old Boys dank einem 1:1 einen Punkt. Im Mittelpunkt standen jedoch nicht die beiden Mannschaften, sondern der Schiedsrichter.

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Bis zum Schluss unermüdlich gekämpft und so einen Punkt gewonnen (Bild: Carlo Stuppia)

Was war das für eine verrückte Partie, aus der das Heimteam Tuggen und der BSC Old Boys je einen Punkt mitnehmen konnten? Was in Erinnerung bleibt, ist aber nicht primär der Punktgewinn, sondern ein schaler Beigeschmack: Spielleiter Yves Dégallier rückte sich mit seinen Entscheidungen in den Mittelpunkt des Geschehens und er war nach Spielschluss denn auch das Gesprächsthema.

Begonnen hatte alles in der 26. Minute: Tuggens Innenverteidiger Timon Todzi sah direkt die rote Karte, nachdem er einen Basler kurz vor dem Strafraum von den Beinen geholt haben soll. Die Situation war extrem unübersichtlich, und der direkte Platzverweis mehr als nur umstritten. Trotzdem musste Todzi das Feld vorzeitig verlassen – bereits zum zweiten Mal in dieser noch jungen Saison; war er doch bereits beim Auftaktspiel gegen Rapperswil-Jona mit gelb-rot vom Platz geflogen (87.).

Nach dem anschliessenden Freistoss war der Ärger von FCT-Trainer Adrian Allespach nicht zu überhören. Grund: Torhüter Timon Waldvogel hätte beim Freistosstor von Onur Akbulut die Ecke schliessen und sich nicht in der Mitte des Tores verspekulieren sollen. Die Führung war jedoch nicht unverdient. Old Boys war klar spielbestimmend, hatte an die 70 Prozent Ballbesitz und bis zur Pause alles unter Kontrolle – plus die nummerische Überzahl. Es sprach und lief nichts für Tuggen. Die Gastgeber waren bis zur Pause nicht zu einem einzigen Abschlussversuch gekommen. «Niemand hätte nach der ersten Halbzeit noch auf uns gewettet», kommentierte Adrian Allenspach nach dem Spiel. 

Murtisi irregulär gestoppt
Auf der Gegenseite zog BSC-Trainer Samir Tabakovic, in den 90er-Jahren Verteidiger beim FC Basel, an der Pressekonferenz den Hut – im übertragenen Sinn: «Ich muss Adi gratulieren. Ich dachte zur Halbzeit, dass wir klar gewinnen würden... Aber es kam alles anders. Wir waren müde, verloren den Rhythmus und das Tempo – alles lief gegen uns.» Nicht ganz: Denn da war noch Dégallier, der in der 77. Minute, als Murtisi nach genialem Zuspiel von Jusuf Shala bedient worden war und alleine vor dem Tor nur irregulär gestoppt werden konnte, einfach weiterspielen liess. 

Der fällige Elfmeter hätte die 2:1-Führung Tuggens sein können. Denn die Platzherren waren zuvor dank Neuzugang Dario Stadler zum Ausgleich gekommen. Der ehemalige Spieler des FC Bazenheid stürmte alleine auf BSC-Torhüter Oliver Klaus und schoss den Ball aus nächster Nähe in dessen Füsse. Das Spielobjekt prallte jedoch zurück, traf die Schultern des 22-Jährigen und kullerte ins Tor. «Ich wollte ihn eigentlich nicht so machen, der Torhüter hat gut reagiert. Aber ich bin sehr erleichtert und froh, der Mannschaft geholfen zu haben, die Partie war ein grosser Krampf», sagte Stadler zu seinem ersten Treffer für den FCT.

Und dann war noch die eine Spielminute, in der Basels Vincent Leuthard zwei Mal die gelbe Karte gezeigt bekam (64.) – Platzverweis. Bei der ersten schoss er einen Ball, der Millisekunden zuvor als Ausball gepfiffen worden war, noch mit Wucht direkt gegen den an der Seitenlinie stehenden Adrian Allenspach. Kurz später foulte er Erzan Murtisi in der eigenen Zone. Beide Karten waren hart, aufgrund der Umstände jedoch gerecht.

Die Köpfe nicht hängen gelassen
Es war äusserst beeindruckend, wie Tuggen in der zweiten Halbzeit dominierte. Geholfen hat auch die Einwechslung von Goalgetter Jusuf Shala (73.), die noch mehr Dampf in die Offensive brachte. Bestnoten holte sich aber auch Jakup Jakupov, der bis zur letzten Sekunde unermüdlich kämpfte und ein enormes Laufpensum absolvierte. Unter dem Strich war es aber eine an sich glaubende Mannschaft, die die Köpfe nicht hängen liess und so zurück in die Partie fand.

Die grosse Frage nach dem Unentschieden: Was wäre passiert, wenn der FC Tuggen nicht früh mit einem Mann weniger auf dem Platz gestanden hätte? Wie auch immer die Antwort ausfällt, beide Trainer zeigten sich mit dem Punktegewinn zufrieden. Allenspach, weil sich sein Team vier Punkte aus den letzten zwei Partien erspielte, Tabakovic, weil seine Mannschaft nach drei Spielen nicht mehr ohne Punkte da steht. 

Bericht: Roger Züger, www.marchanzeiger.ch





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