422 Minuten musste sich der FC Tuggen gedulden, bis er wieder einen Torerfolg feiern konnte. Gestern Abend war es aber bezeichnenderweise ein Elfmeter, der die längste Torflaute in der Ära Allenspach beendete. Der genesene Cyril Schiendorfer sicherte seinem Team eine Minute nach der Einwechslung einen eminent wichtigen 1:0-Minisieg.   

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Cyril Schiendorfer brachte Tuggen mit seinem Tor auf die Siegesstrasse (Archivbild: Carlo Stuppia)

Was sich Fussballmannschaften rund um den Globus stets zum Ziel setzen, galt beim FC Tuggen gestern Abend ganz besonders: Tore schiessen. Lange, viel zu lange wartete die einst gefürchtete FCT-Offensive auf einen Torerfolg. Am 15. November 2014 traf Roman Güntensperger im Heimspiel gegen Etoile Carouge in der Nachspielzeit zum 1:0-Siegtreffer. Seither sind 150 Tage, 20 Wochen, fünf Monate oder – nun folgt die aussagekräftigste Zahl – 360 Spielminuten ohne Tuggner Torjubel vergangen. Ein Rekord, der an der Linthstrasse seinesgleichen sucht. Die Internet-Datenbank für Resultate der 1. Liga und der Promotion League des Schweizerischen Fussballverbands reicht bis zur Saison 1999/2000 zurück. Eine Tuggner Torflaute, die auch nur annähernd diese 360 torlosen Minuten erreicht, findet man darin nicht. Klar, dass Tuggens Trainer Adrian Allenspach – als Aktiver selber Stürmer – diese Negativserie endlich beendet sehen wollte. Er veränderte die Offensivabteilung im Vergleich zum mit 0:4 verlorenen Auswärtsspiel bei YF Juventus gleich auf drei Positionen. Anes Zverotic ersetzte Dominik Kuhn im Sturm und anstelle von Veton Krasniqi und Jonas Moser (rückte ins defensive Mittelfeld) spielten Roman Güntensperger und, erstmals von Beginn weg, Erzan Murtisi. Javier Santana stand aufgrund eines Disputs mit dem Trainer nicht im Aufgebot.

Senn vergab aus kürzester Distanz
Tuggen suchte dann auch von Beginn weg sein Glück in der Offensive. Die Märchler waren gegen die defensiv eingestellten St. Galler oft in der Vorwärtsbewegung und noch öfter in Ballbesitz. Auf der Matchuhr veränderte sich in den ersten 45 Minuten aber nur die Zeit und nicht die Tore. Dickste Chance zum Führungstreffer hatte Captain Daniel Senn nach rund zwölf Minuten. Er hatte alle Zeit der Welt, um sich die Ecke auszusuchen – und drosch den Ball dann aus kürzester Distanz neben das Tor. Auf der anderen Seite scheiterte Sturmspitze Deniz Mujic fünf Minuten vor dem Pausenpfiff – zwar alleine aufs Tor ziehend, aber von Dominik Schiendorfer entscheidend gestört – am stark reagierenden Yves Cardoso, der im Tuggner Tor sein Heimspieldebüt gab.

Weit weg von der Gefahrenzone
Nach 422 torlosen Meisterschaftsminuten war die Flaute dann aber doch beendet. Bezeichnenderweise brauchte es jedoch einen Elfmeter, um den Bann zu brechen. Cyril Schiendorfer, der seine Verletzung auskurierte und nur gerade eine Minute vor dem Penaltypfiff eingewechselt wurde, schoss seine Farben nach etwas mehr als einer halben Stunde in Führung. Bezeichnenderweise vor allem deshalb, weil es Tuggen auch in der zweiten Halbzeit nur äusserst selten gelang, sich Torchancen zu erarbeiten. Wie vor dem Seitenwechsel hielt Tuggen die Gäste aber in Schach. Der Ball wurde weiter meist in den eigenen Reihen gehalten, weg von der Gefahrenzone.

Nun in die Maladière
Ein schöner Sieg war es gestern Abend nicht für Tuggen. Die Art und Weise, wie dieser zustande gekommen ist, dürfte dem FCT jedoch in dieser Situation auch ziemlich egal sein. Wichtig waren ein Tor, ein Sieg, drei Punkte. Und diese drei Punkte waren wichtig, sehr wichtig sogar für Tuggen. Nicht in erster Linie, weil man den Abstand zum Strich auf beruhigende neun Punkte ausbauen konnte. Viel eher, um nach den zuletzt hohen Niederlagen wieder Mut zu fassen.

Dafür kamen die jüngst zwar starken, gestern Abend aber sehr harmlosen Ostschweizer gerade Recht – gegen solche Gegner sind Punkte für Tuggen Pflicht. Nicht eingerechnet sind Punkte gegen den nächsten Gegner. Am Sonntag reist Tuggen in die Westschweiz, wo in der mit mehr als Tausend Zuschauern besetzten Maladière der designierte Aufsteiger Xamax wartet.

Bericht: von Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch


Tuggen – St. Gallen II 1:0 (0:0)

Linthstrasse, 340 Zuschauer. SR: Vladimir Ovcharov.
Tor: 63. Cyril Schiendorfer (Handspenalty) 1:0.

Tuggen: Cardoso; Gugelmann, Tinner, Dominik Schiendorfer, Schlauri (78. Antonio Piperno); Moser, D’Acunto; Senn, Güntensperger (88. Kuhn), Murtisi (61. Cyril Schiendorfer); Zverotic.
St. Gallen 2: Kovacic; Alder, Eisenring, Gelmi, Gönitzer; Estermann (68. Rohrbach); Kühne (72. Babic), Grabher, Scherrer, Stevic (68. Ademi); Mujic.
Bemerkungen: Tuggen ohne Weibel (gesperrt), Waldvogel, Gallo, Russheim (verletzt), Santana und Manca (nicht im Aufgebot). St. Gallen ohne Asani (verletzt), Todzi (gesperrt) und Hefel (nicht im Aufgebot). 47. Lattenschuss Schlauri.
Verwarnungen: 24. Murtisi (Foul), 60. Gelmi (Foul), 61. Estermann (Foul), 70. Gugelmann (Foul), 89. Piperno (Unsportlichkeit).


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