Wo Stefan Flühmann ist, ist Erfolg. Auch beim FC Rapperswil-Jona. Grosse Töne spuckt der Höfner Fussballtrainer trotzdem nicht – hofft aber natürlich dennoch auf einen Derbysieg gegen Tuggen.

Er scheint ein Abonnement auf Erfolg zu besitzen. Stefan Flühmann führte den FC Wädenswil von der 3. Liga in die 2. Liga interregional und stieg mit Einsiedeln (in die 2. Liga) und Rapperswil-Jona (in die Promotion League) auf. Nun mischt er mit dem FCRJ in der dritthöchsten Schweizer Spielklasse gar ganz vorne mit. Was macht er besser als andere? «Ich werde das oft gefragt», sagt Flühmann, «aber ich habe darauf keine Antwort. Vielleicht ist es meine Einstellung: Wenn ich etwas mache, dann richtig. Ich war bereits als Spieler aufopferungsvoll. Aber es gibt viele Trainer, die besser sind als ich», gibt sich Flühmann bescheiden.

«Spüre keine Abhängigkeit»
Genauso konsequent, wie der 43-Jährige seine Arbeit als Fussballtrainer beschreibt, kletterte Flühmann auf der Karriereleiter nach oben. Ob er nun in der Promotion League zuoberst angekommen ist, kann er nicht sagen. «Das ist utopisch. Aber aktuell passt es mir ganz gut» – und meint damit nicht nur die fussballerische Situation. Er ist als selbstständiger Vermögensberater tätig. «Ich bin berufstätig, spüre deshalb keine Abhängigkeit vom Fussball. Ich kann darum meine Arbeit beim FCRJ mit einer gewissen Lockerheit ausüben.»

In Schindellegi sesshaft geworden
Dass sein Alltag nicht stets vom Fussball dominiert wird, dafür sorgt auch seine Familie mit drei Kindern, mit der Flühmann seit 1996 in Schindellegi wohnt. In Horgen aufgewachsen, ist Flühmann mittlerweile also in den Höfen sesshaft geworden, war gar sechs Jahre Mitglied der RPK der Gemeinde. «Wenn Sie etwas Politisches schreiben wollen: Der öffentliche Verkehr könnte besser sein. Sonst gefällt es mir ganz gut», sagt Flühmann lachend.

Gefallen wird ihm auch die bisherige Saison mit dem FCRJ in der Promotion League. Obwohl vorher im Regionalfussball und Juniorenbereich tätig, hat sich Flühmann in der dritthöchsten Schweizer Liga offenbar rasch zurechtgefunden. «Dies ist eine nationale Liga. Der Stellenwert ist ganz anders, der mentale Druck höher. Aber auf dieser Stufe eröffnen sich einem Trainer auch ganz andere Möglichkeiten. Man hat eine bessere Infrastruktur, einen grösseren Staff, mehr Trainings… Das ist überhaupt nicht überheblich gemeint, aber ich kann es mir nicht vorstellen, zurück in den Regionalfussball zu gehen, obwohl es eine schöne Zeit war», so Flühmann. «Wenn ich es vermisse, ist es bis zum Fussballplatz in Einsiedeln nicht allzu weit.»

«Hätten auch verlieren können»
Unter Flühmanns Regie verblüffte der FCRJ in der Herbstrunde, reihte zum Saisonstart sieben Siege aneinander. Nun sind die Rosenstädter erster Verfolger vom designierten Aufsteiger Neuenburg Xamax. Rapperswil-Jona ist vom Jäger zum Gejagten geworden. «Das schreibt die Presse», sagt Flühmann. «Wir sind aber in der Realität weit davon entfernt, ein Spitzenteam zu sein.
Eine gute halbe Saison reicht da nicht, da muss man schon Nachhaltiger sein», so Flühmann. Er erinnert sich an die vielen engen Spiele der Vorrunde, an den 1:0-Sieg bei Tuggen. «Wir hätten da auch verlieren können, wie in anderen Partien ebenso», bilanziert Flühmann. «Neutral betrachtet haben wir wohl den einen oder anderen Punkt zu viel.»

«Tuggen macht die Musik»
Und so sieht Flühmann sein Team im morgigen Derby gegen Tuggen auch nicht zwingend in der Favoritenrolle. «Wir haben mehr Punkte, gewannen das Hinspiel. Aber das heisst noch nichts. Tuggen verfügt ohne Zweifel über eine gute Mannschaft mit einem guten Teamgeist. Sie gibt nie auf. Das haben sie uns im Hinspiel deutlich vor Augen geführt.» Flühmann betont explizit nicht nur den Respekt vor der aktuellen Tuggner Elf, sondern auch vom Verein. «Der FCT macht am Obersee seit 25 Jahren die Musik in der 1. Liga, soweit sind wir beim FCRJ noch lange nicht. Das müssen wir uns bewusst werden.» Von einem Duell um die Vorherrschaft am Obersee will der Höfner denn auch nichts wissen. «Wir behaupten nach einem halben Jahr Promotion League und einem Derbysieg nicht, wir seien die Nummer 1 vom Obersee. Da braucht es mehr. Ich will vor dem Derby keine grossen Töne spucken, und so soll der FCRJ auch nicht sein.»

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch



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