Der FC Tuggen gewinnt in Delémont mit 1:2 und kriegte nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie gerade noch die Kurve auf die Siegesstrasse. Die drei Punkte interessierten nach Schlusspfiff jedoch niemanden – die Gedanken waren ganz woanders.


Captain Daniel Senn erlöste seine Farben in der Nachspielzeit mit dem Siegtreffer (Archivbild: Carlo Stuppia)

65. Minute, es knallte, als ob einer der beiden Torhüter einen Abstoss mit voller Wucht gegen das Leder trat. Es war jedoch weder einer der Goalies, noch das Leder, sondern zwei Köpfe, die in der Luft unkontrolliert zusammendonnerten. Delémonts Nummer 7, der 22-jährige Adrien Jeker, und Tuggens Dominik Schiendorfer fielen zu Boden wie Äpfel von den Bäumen. Zuerst Stille, dann Hektik. Die beiden Akteure blieben liegen. Minuten lang. Ehe Jeker und Schiendorfer von den eigenen Spielern auf dem Rettungsbarren an den Spielfeldrand getragen wurden. Nach 40 Minuten wurden die beiden Unglücksraben mit Nackenstützen und Sauerstoffenmasken im Krankenwagen abgeführt. Die Anzeigetafel wurde auf 65. Minuten zurückgestellt, wobei praktisch ein neues Spiel begann.

Sieg in der Nachspielzeit
Es war bemerkenswert, wie konzentriert die beiden Mannschaften nach dem Zwischenfall wieder Fussball spielten – und dies um Welten besser als zuvor. Das torlose Spiel schien nämlich bald ein Ende zu finden: In der 75. Minute drückten die Schwyzer, was das Zeug hielt. Krasniqi zirkelte bei einem Freistoss das Leder knapp über die Latte. Sekunden später zwang D`Acunto Delémonts Schlussmann Mossi zu einer Glanzparade, ehe dieser eine Zeigerumdrehung einen Hammer aus den Füssen Senns in noch grösserer extremis entschärfte.

Wer die Tore nicht macht, der kriegt sie: Delémonts Jaquel hämmerte den Ball bei einem 20-Meter-Freistoss unhaltbar unter das Lattenkreuz, die Partie schien entschieden. Doch dann rollte der Tuggner-Express über das Feld. Aus einer völlig unübersichtlichen Situation im 16er reagierte Fassnacht am schnellsten und versenkte den Ball in den Maschen. Nur zwei Minuten später war es Captain Daniel Senn, der seinen Farben den späten Sieg bescherte. Wobei die drei Punkte fast Nebensache sind: Denn gewonnen haben beide Mannschaften, wenn Dominik Schiendorf und Adrien Jeker keine ernsthaften Verletzungen davon tragen. 

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Bericht: Roger Züger, www.marchanzeiger.ch



Delémont – Tuggen 1:2 (0:0)
La Brancherie, 600 Zuschauer, SR Fabian Hänggi
Tore: 79. Jacquel 1:0. 90. Fassnacht 1:1. 92. Senn 1:2.

FC Tuggen: Gallo; Tinner, Peters, Weibel, Antonio Piperno (80. Titton); Santana (85. Flavio Piperno), Dominik Schiendorfer (65. Güntensperger), D`Acunto, Senn; Fassnacht, Krasniqi
Delémont: Mossi; Bourgeois, Mutombo, Frund, Rosse; Stadelmann, Jeker (65. Ferreira), Gigon, Villemin; Bahlouli (83. Chetelat), Jacquel
Bemerkungen: Tuggen ohne Gugelmann (gesperrt). Schlauri und Cyril Schiendorfer (beide verletzt). Delémont ohne Hamidou, Germann, Choulat (alle verletzt). Budimir (nicht im Aufgebot). 65. Dominik Schiendorfer und Adrien Jeker nach Zusammenstoss mit dem Kopf verletzt ausgeschieden.
Verwarnungen: 21. Bahlouli (Unsportlichkeit). 54. Villemin (Reklamieren). 54. Jacquel (Reklamieren). 56. D`Acunto (Foul). 58. Gallo (Foul). 68. Gigon (Foul). 86. Mossi (Unsportlichkeit). 90. Tinner (Foul).


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