Lange war David Trovato verletzt. Letzten Samstag lief er erstmals für den FC Tuggen auf – ein Debüt und Comeback zugleich.

David Trovato
Nach langer Verletzungspause kann er endlich wieder spielen: David Trovato (Bild: Dani Horisberger) 

"David Trovato ist ein aggressiv spielender Innenverteidiger. Als Stürmer spielt man nicht gerne gegen ihn. Er ist ein unangenehmer Gegenspieler – genau das brauchen wir." Diese lobenden Worte sagte FC Tuggen Trainer Adrian Allenspach vor Saisonbeginn. 

Gespannt warteten die FCT-Anhänger auf den ersten Einsatz des italienisch-deutschen Doppelbürgers, der letzten Sommer zum FC Tuggen wechselte. Sie mussten lange warten – bis letzten Samstag. Trovato gab nach 294 Tagen als FCT-Spieler sein Debüt. Es sollte aber nicht nur das Debüt im Tuggner Dress sein, sondern auch das Comeback nach einer eineinhalbjährigen Verletzungszeit. 

Als sich der heute 28-Jährige verletzt hatte, spielte er noch für den YF Juventus. Seine letzte Partie absolvierte Trovato am 21. November 2014 gegen Basel 2. Am Samstag gab er gegen dieselbe Mannschaft sein Comeback – nach 511 Tagen. «Das ist ja lustig, dieser Zusammenhang. Das habe ich gar nicht mehr gewusst», sagt Trovato auf Englisch. Der Innenverteidiger sagt, dass er lieber Englisch spreche, «auf Deutsch kann ich mich nicht so gut ausdrücken». Seine Mutter sei zwar Deutsche, doch aufgewachsen ist der heute 182 Zentimeter grosse Trovato, der in Indien geboren wurde, in Italien.

Lange Zeit verletzt

Dass die Nummer 16 des FCT auf dem Rasen so lange nicht zu sehen war und bereits die zweite Saisonhälfte (2014/15) bei YF Juventus gefehlt hatte, hat zwei Gründe: «Bei YF bekam ich Knieschmerzen, die einfach nicht nachgelassen haben. Aber ich wusste nicht, was ich hatte.» Er sei zum Arzt gegangen, dieser diagnostizierte nach langem Hin und Her einen Schaden am Meniskus. Trovato wurde operiert – die Schmerzen blieben. «Viel später stellte sich heraus, dass es gar nicht am Meniskus lag.» Sein Knie habe einfach nur eine lange Erholungszeit gebraucht. Die Saison war gelaufen, die Vorbereitung für die neue Saison, für die er bereits zum FC Tuggen gewechselt hatte, auch.

Es schien, als ziehe sich Trovatos Comeback bis nach der Winterpause der aktuellen Saison hinaus. Für den Vater, der mit seiner Familie seit gut drei Jahren in Zürich lebt und früher in Italien in der vierthöchsten Liga als Profi-Fussballer tätig war, keine einfache Situation. 

Verletzungshexe schlug wieder zu

Zu Beginn des aktuellen Jahres reiste David Trovato mit seinen Teamkollegen ins Trainingslager. Doch die Vorbereitungen auf Gran Canaria sollten für ihn nur einen Tag dauern: «Ich verspürte viel Motivation, gab Vollgas, hatte aber plötzlich Probleme mit dem Fuss, der sich die Belastung wohl nicht mehr gewöhnt war.» Die Achillessehne war stark entzündet; das Comeback dahin. «Das war bitter.» 

Nun spielte Trovato am Samstag das erste Mal für Tuggen. «Es war schwierig, habe ich doch noch nie mit den Jungs zusammengespielt. Mir fehlte der Rhythmus, aber das war klar.» 

In seinem letzten Spiel hatte er mit YF Juventus noch 1:0 gegen Basel gewonnen, beim Comeback gab es eine klare 0:4-Niederlage. «Wir waren in einigen Situationen nicht kompakt genug. Und manchmal müssen wir einfach mehr fürs Spiel tun.» 

Ob er morgen in der letzten Saisonpartie gegen Breitenrain wieder spielt, weiss er nicht. Aber: «Es ist mein Ziel. Ich möchte mich mit einer guten Partie für die Unterstützung während meiner Verletzung bedanken – und mich für nächste Saison empfehlen.» Gespräche darüber habe es bereits gegeben, fix sei aber noch nichts. Ob Trovato eine Chance erhält, die lobenden Worte Allenspachs nach seinem Transfer erstmals zu Hause in Taten umzusetzen, wird sich morgen zeigen.

Bericht: Roger Züger, www.marchanzeiger.ch


Samstag, 16 Uhr, Linthstrasse, Tuggen – Breitenrain


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