Noch nie konnte Tuggen gegen Köniz gewinnen. Morgen Samstag nimmt der FCT den siebten Anlauf. Zumindest auf dem Papier standen die Chancen für Tuggen noch nie so gut. Der einstige Spitzenclub Köniz steckt ausgerechnet seit dem Sieg im Cup gegen GC in der Krise.

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Gugelmann sicherte Tuggen im Hinspiel in der Nachspielzeit einen Punkt (Archivbild: Carlo Stuppia)


«Trügerisch», nennt Tuggens Trainer Adrian Allenspach die Tabellensituation des morgigen Gegners, des Berner Quartiervereins Köniz. Der FCK befindet sich auf Rang 13, nur einen Punkt vor Schlusslicht Nyon und damit mitten im Abstiegskampf.

Trügerisch deshalb, «weil Köniz nach wie vor über sehr starke Einzelspieler verfügt», so Allenspach. Zwar wurde mit Carlos Varela die prominenteste und schillerndste Figur der Promotion League im Winter freigestellt. Das Kader aber ist nach wie vor gespickt mit bekannten Namen. Keines der 16 Teams der Liga verfügt über derart viele Spieler mit so viel Erfahrung wie Köniz. Alleine das
Abwehrduo Jiri Koubsky und Miguel Portillo weist eine Erfahrung von 277 Super-League-Partien auf.

Seit dieser Saison können die Berner zudem auf die Dienste Sebastian Schuberts zählen, der knapp 200 Mal in der deutschen Regionalliga auflief.

Sieg gegen GC als negativer Wendepunkt

Seit Köniz 2013 der Aufstieg in die Promotion League gelang, operiert der Club offensichtlich mit einem der grössten Budgets der Liga. Es war keine Überraschung, als der FCK in der Aufstiegssaison 2013/14 sofort Fuss fasste, an der Spitze mitspielte und den Aufstieg in die Challenge League auf dem vierten Rang nur um vier Punkte verpasste. In der Vorsaison stiessen die Stadtberner gar auf den zweiten Rang vor. Gegen das übermächtige Xamax Neuenburg war im Kampf um den Aufstieg aber nichts auszurichten. Auch in dieser Spielzeit – der dritten von Köniz in der 2012 ins Leben gerufenen Promotion League – schien zu Beginn alles seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Aus den ersten sechs Spielen gab es für Köniz 14 Punkte. Die erste Saisonpleite gegen YF Juventus schien ein Ausrutscher zu sein. Erst recht, weil Köniz eine Woche später die Zürcher Grasshoppers aus dem Cup warf. Es tönt paradox, aber der Sieg über GC im Cup sollte sich später als Wendepunkt in der
Saison von Köniz herauskristallisieren.

Zwar gewann Köniz den Cup-Achtelfinal gegen Red Star und verlor im Dezember den Viertelfinal in Lugano erst nach Verlängerung. Doch in der Meisterschaft konnte Köniz nach dem Sieg über GC nie mehr gewinnen. Fünf Remis – mehr brachte der FCK in den letzten zwölf Partien nicht mehr zustande. Anders gesagt: Köniz, das auch in der aktuellen Spielzeit gerne um den Aufstieg mitgespielt hätte, bringt kein Bein mehr vors andere.

Zwei späte Treffer sorgten für das Remis
So gesehen kommt Tuggen aus Berner Sicht gerade recht. Nie in bisher sechs Begegnungen zwischen den beiden Vereinen ging Köniz als Verlierer vom Platz (siehe Box). «Man kann es auch anders formulieren», meint Optimist Allenspach. «In der Vorrunde konnten wir erstmals gegen Köniz punkten.» Tuggen lag im August 2015 zu Hause 1:3 in Rückstand. Antonio Piperno (88.) und Sandro Gugelmann (90.) sorgten mit zwei schönen Treffern für den erstmaligen Punktgewinn.

Tuggen wie Köniz wollen morgen in Bern also eine aus ihrer Sicht negative Serie beenden. Die Märchler müssen dabei auf Cyril Schiendorfer, Sandro Gugelmann (beide verletzt) und Dominik Kuhn (Prüfungen) verzichten. Aufgrund von Verletzungen sind zurzeit auch Einsätze von Javier Santana und David Trovato fraglich.

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch

Sechs Spiele gegen Köniz – erst ein Punkt für Tuggen
Cup, Saison 2012/13.
Köniz – Tuggen 3:1
Meisterschaft, Saison 2013/14
Köniz – Tuggen 5:1
Tuggen – Köniz 2:3
Meisterschaft, Saison 2014/15
Köniz – Tuggen 4:2
Tuggen – Köniz 0:3
Meisterschaft, Saison 2015/16
Tuggen – Köniz 3:3

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