Dem FC Tuggen gelang auswärts bei Brühl keine Überraschung, im Gegenteil. Die Märchler kämpften vor allem mit sich selbst; vom starken Auftritt vor Wochenfrist gegen Sion war nichts zu sehen. Tuggen war vorne extrem harmlos, hinten anfällig und verlor 0:5.

Waldvogel Timon-1
Gegen Brühl SG erstmals nach seiner Verletzung wieder im Tor (Archivbild: Carlo Stuppia) 

Auch wenn am Samstag mit Brühl und Tuggen zwei Tabellennachbarn aufeinandertrafen, waren die Kräfteverhältnisse klar verteilt. Die um einen Rang besser klassierten St. Galler dominierten die Märchler vor 850 Zuschauern und gewannen diskussionslos mit 5:0. Die Partie war nach 45 Minuten bereits entschieden; wenn auch durch zwei Penaltytreffer. Doch der Sieg ging in spielerischer Hinsicht mehr als in Ordnung; aber alles von vorn. 

Erstmals seit dem 22. November lief wieder Timon Waldvogel im Tor des FC Tuggen auf. Damals verlor Tuggen mit Waldvogel auswärts 4:0 durch Tore in der 9., 50., 52. und 72. Minute. Und auch gegen Brühl ging es keine Minute länger, bis Waldvogel bezwungen war – doch dem Schlussmann war nichts vorzuwerfen. Er war chancenlos, wie bei allen anderen Treffern an diesem Nachmittag. 

Was hinten schief lief, konnte auch vorne nicht kompensiert werden. Selbst Captain Daniel Senn, der vor Wochenfrist gegen Sion noch gesperrt war, konnte sein Team nicht mehr entscheidende Hilfe bieten. So oder so wirkten alle Offensivakteure im Vergleich zum Sion-Spiel ideen- und lustlos. Vor allem in den ersten 30 Minuten hielten die Weiss-Blauen den Ball zu lange am Fuss. Wenn der Pass kam, dann des Öfteren ins Nichts. Gefährlich waren die Märchler höchstens nach stehenden Bällen. Aus dem Spiel heraus kam wenig bis gar nichts. Die Partie war zur Pause mit drei zu null entschieden. Die «Kronen» deklassierten Tuggen bis Spielschluss mit 5:0.

Brühl überragend 
Auf der Gegenseite machte Brühl klar, wieso von den letzten neun Partien nur zwei verloren gingen: Spielfreude, Agilität, Schnelligkeit und vor allem Effizienz standen an diesem Nachmittag stellvertretend für den Sportclub Brühl. Alessandro Riedle, der Sohn von Weltmeister Karl-Heinz Riedle, verwertete zwei Penaltys zur Vorentscheidung (Handspenalty 25. und Foulpenalty 43.). Für die restlichen drei Tore reichte ein Mann: Denis Sabani. Der klein gewachsene 23-Jährige verwertete sehenswürdige Passstafetten, ohne mit der Wimper zu zucken.

Und der Ex-Tuggner «Pepe»? Auch wenn der Abwehrhüne erst seine zweite Partie nach seiner Verletzung absolvierte; er spielte in eindrücklicher Manier. Er dirigierte seine Viererabwehrkette, hatte die hohen Bälle im Griff und sorgte für wenig Gefahr vor seinem Schlussmann. Tuggens Trainer Adrian Allenspach sprach an der Pressekonferenz Klartext: «Heute hätten wir spielen können, wie wir wollten – es war einfach schlecht.» Das Spiel zeigte: Tuggen ist mitten im Abstiegskampf, Brühl ist mit dem Dreier save.

Bericht: Roger Züger, www.marchanzeiger.ch

 

Brühl – Tuggen 5:0 (3:0)
Paul-Grüningen-Stadion, 850 Zuschauer. – SR David Schärli.
Tore: 9. Sabani 1:0. 25. Riedle (Handspenalty) 2:0. 43. Riedle (Foulpenalty) 3:0. 57. Sabani 4:0. 90. Sabani 5:0. 

Brühl SG: Lazraj; Jakupovic, Peters, Simani (80. Van der Werff), Nguyen; Huber (76. Ebipi), Bushati, Mihaylov (64. Pontes), Sabani; Sabanovic, Riedle 
Tuggen: Waldvogel; Manca, Tinner, Gugelmann, Schlauri (46. Dominik Schiendorfer); D`Acunto (71. Krasniqi), Cyril Schiendorfer (64. Russheim), Santana; Senn, Moser; Zverotic
Bemerkungen: Tuggen ohne Gaffner, Gallo und Güntensperger (alle nicht im Aufgebot). Favio Piperno und Murtisi (beide verletzt). Erstes Spiel von Waldvogel seit 22. November 2014 (4:0-Niederlage gegen Stade Nyonnais). Verwarnungen: 20. Schlauri (Fou). 27. Simani (Foul). 40. Gugelmann (Foul). 43. Moser (Unsportlichkeit). 51. Peters (Foul).


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