Die bisherige Jahresbilanz des FC Tuggen ist mit einem Punkt und null Toren ernüchternd. Gegen die Schiessbude der Liga scheint aber Besserung in Sicht.

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Trifft Daniel Senn als erster für sein Team in der Meisterschaftsrückrunde? (Archivbild: Carlo Stuppia)

Dass der FC Tuggen viele Tore kassiert, ist zwar aus Märchler Sicht nicht erfreulich, aber – wie die jüngste Vergangenheit zeigt – auch nicht dramatisch und schon gar kein Novum. Denn der FCT konnte sich in den letzten zweieinhalb Saisons und somit seit der Einführung der Promotion League immer auf die Offensive verlassen. In der ersten Saison der neu geschaffenen Liga erzielten die Tuggner 59 Tore, der viertbeste Wert der Liga. In der Folgesaison waren die 63 erzielten Treffer gar die zweitbeste Ausbeute der dritthöchsten Schweizer Spielklasse. Auf der Gegenseite aber lag man mit 55 und 52 Gegentoren jeweils nur an elfter Stelle und somit im hinteren Drittel. Diese Zahlenspielerei lässt sich, zumindest halbwegs, auch auf die diesjährige Meisterschaft übertragen. Mit 41 Gegentreffern ist man erneut am unteren Ende der Liga zu finden. Neu ist aber, das Tuggen mit nur noch 27 Toren auch im Offensivbereich zum hinteren Teil der Liga gehört.

Fassnachts Abgang wiegt schwer. Zahlen erzählen im Fussball nie die ganze Wahrheit, genauso aber lügen Statistiken selten bis nie. «Eine Überschätzung der Statistik ist ebenso bedenklich wie ihre Unterschätzung. Die Wahrheit liegt in der Mitte», sagte einst der deutsche Sozialstatistiker Paul Flaskämper. Die letzten drei Partien sind symptomatisch für die aktuelle Situation Tuggens: 0 Tore, 7 Gegentreffer. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen Tuggen selbst bei vier Gegentoren einen Weg fand, ein Spiel zu gewinnen. Der Abgang Christian Fassnachts zu Winterthur ist deutlich spürbar. Mit zehn Saisontreffern war er für mehr als ein Drittel von Tuggens Treffer verantwortlich. Derzeit bester Tuggner Torschütze ist Javier Santana – mit vier Toren.

Personell dürfte sich etwas ändern
Die Gretchenfrage lautet also: Wer schiesst die Tore? In den drei Partien des Jahres war stets dasselbe Quartett für die Offensive zuständig: Sturmspitze Dominik Kuhn, dahinter Veton Krasniqi, Daniel Senn und Jonas Moser. Reüssieren konnte keiner. So ist es denkbar, dass Trainer Adrian Allenspach für das samstägliche Heimspiel personelle Änderungen plant. Möglichkeiten gibt es einige.

Anes Zverotic könnte den aufopfernd kämpfenden, bisher aber glücklosen Dominik Kuhn ersetzen. Vielleicht erhält der Neuzugang Erzan Murtisi eine Chance, sich zu beweisen. Oder Roman Güntensperger, der am Samstag als Aussenverteidiger nicht restlos überzeugte, mit seinem Tempo aber durchaus eine Bereicherung für die Tuggner Offensive sein kann. Und natürlich das kreative Element Javier Santana, bei dem aber vieles von seiner Spiellaune und Tagesform abhängig ist.

Im Tor steht erneut Yves Cardoso, im Abwehrzentrum dürfte Sandro Gugelmann oder Raymond Tinner den gesperrten Nico Weibel ersetzen. Das Hauptaugenmerk Tuggens liegt am Samstag aber auf der Offensive. Gegner ist Schlusslicht Delémont, mit 48 Gegentreffern aktuell auch die Schiessbude der Liga. Es müssen Tore her. Wenn nicht gegen die Jurassier – gegen wen dann?

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch

Samstag, 16 Uhr, FC Tuggen - SR Delémont, Stadion Linthstrasse

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