Auch im fünften Anlauf holte der FC Tuggen gegen Köniz keine Punkte. Die Niederlage war diesmal aber weder unglücklich noch ärgerlich – die Berner waren schlicht besser.

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Trainer Allenspach und sein Team hatten gegen Köniz einen schweren Stand (Bild: Carlo Stuppia)

Die vier vorherigen Duelle zwischen Tuggen und Köniz hatten einiges gemeinsam. Alle waren attraktiv für die Zuschauer. Alle waren von vielen Torszenen dominiert. Und alle entschied der Berner Quartierverein für sich. Aus Märchler Sicht waren diese Niederlagen auf unglückliche, unnötige oder ärgerliche Art und Weise zu Stande gekommen. Die fünfte Begegnung am Samstag nun schrieb jedoch ein neues Kapitel, denn Tuggen begegnete den Bernern diesmal nicht auf Augenhöhe, sondern war ihnen in allen Belangen unterlegen.

Dabei zeigte Tuggen nicht einmal eine durchwegs schlechte Leistung. Köniz aber zeigte auf, warum es zu den besten Mannschaften dieser Liga gehört. Die extreme Breite des Stadtberner Kaders machte es möglich, das Fehlen von Schlüsselspielern wie Dia Mbaye, Franjic oder Ciarrocchi problemlos zu kaschieren. "Sie haben eine unglaubliche individuelle Klasse", anerkannte nach dem Spiel auch Tuggens Assistenztrainer Albert Geiger.

Immer wieder über links
In der zwölften Minute waren Dominik Kuhn und Veton Krasniqi nicht weit vom Führungstreffer für die Gastgeber entfernt. Eine Minute später, im direkten Gegenangriff quasi, machte es Köniz besser. Ermin Gigic tankte sich scheinbar mühelos auf der linken Seite durch und bediente den sonst eher wirkungslosen Carlos Varela, der zur Führung einschoss. Es war nicht das erste und nicht das letzte Mal, dass Antonio Piperno und der jeweils zu Hilfe eilende Nico Weibel auf der rechten Tuggner Abwehrseite mit den Berner Vorstössen überfordert waren.

Das 2:0 für Köniz kurz nach der Pause war dann bereits die Entscheidung. Dino Rebronja nutzte einen Stellungsfehler von Tuggens Torhüter Fabian Gafner aus und bekundete keine Mühe, das Leder im Tor unterzubringen. Gigic machte dann den Sack definitiv zu.

Köniz aktiver und wacher
Tuggen war von Beginn weg bemüht, sich gegen die spielstarken Berner nicht zu verstecken und blieb stets aktiv. Viele, zu viele Aktionen wirkten aber uninspiriert und ideenlos. Es gelang dem FCT nicht, schöne Angriffe aufzubauen, geschweige denn, über einen längeren Zeitraum Druck auf das Könizer Gehäuse aufzubauen. Bezeichnenderweise waren mit Sandro Gugelmann und Raymond Tinner Defensivspieler für die grössten Torchancen verantwortlich.

Der FC Köniz – mit Bernhard Pulver und Hanspeter Zaugg von einem prominenten Trainerduo trainiert – machte es den Einheimischen aber auch alles andere als einfach. Sie suchten und gewannen Zweikämpfe, behielten im Mittelfeld über die ganze Spielzeit die Oberhand. Auffallend war auch, dass die Könizer im Gegensatz zu den Tuggnern immer in Bewegung waren, stets für Anspielstationen sorgten und die ballführenden Tuggner früh attackierten.

Ein Totalausfall war der Tuggner Auftritt am Samstag zwar nicht. Das Gezeigte reichte aber bei Weitem nicht, um den starken FC Köniz zu irgendeinem Zeitpunkt in Verlegenheit zu bringen.

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch


Tuggen – Köniz 0:3 (0:1)
Linthstrasse, 280 Zuschauer. SR: Luca Gut.
Tore: 13. Varela 0:1, 54. Rebronja 0:2, 66. Gigic 0:3.

Tuggen: Gafner; Tinner, Dominik Schiendorfer, Weibel, Piperno (64. Zverotic); Gugelmann, D’Acunto; Krasniqi, Moser, Senn (83. Murtisi); Kuhn (76. Russheim).
Köniz: Schindler; Carrasco, Portillo (74. Jehrli), Koubsky, Tugal; Varela, Schwab, Morina, Rebronja; Gigic, Osmani (77. Colic).
Bemerkungen: Tuggen ohne Waldvogel, Gallo, Cyril Schiendorfer, Flavio Piperno (verletzt) und Schlauri (abwesend). Köniz ohne Bouziane, Franjic, Fermino, Mallia, Jaksic (verletzt), Balvis (abwesend), Dia Mbaye, Ciarrocchi (gesperrt), Rizzo und Quintero (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 32. Tinner (Foul), 39. Portillo (Foul). 70. Pfostenschuss Gugelmann.


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