Viermal traf Tuggen bisher auf den FC Köniz. Viermal behielten die Berner in mehr oder weniger glücklicher Manier das bessere Ende für sich. Obwohl in der Aussenseiterrolle, wollen die Märchler Köniz nun endlich besiegen.

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Können die Tuggener Köniz im fünften Anlauf besiegen? (Archivbild: Carlo Stuppia)

Als Tuggner Lieblings-gegner ist der FC Köniz definitiv nicht zu bezeichnen. In vier Begegnungen konnten die Märchler kein Erfolgserlebnis verzeichnen. Und so lautet nicht nur das «Head-to-Head» zwischen den beiden Vereinen, sondern auch jenes zwischen den beiden Trainern Adrian Allenspach und Bernhard Pulver 0:4.

Es wäre übertrieben zu sagen, die Berner hätten sich jeweils unverdient durchgesetzt. Zahlen lügen nicht. Weder das 0:4 nach Siegen noch das Gesamtskore von 15:6 zugunsten von Köniz. Dennoch kann jede der vier Pleiten aus Tuggner Sicht als ärgerlich  bezeichnet werden. Der erste Vergleich zwischen den beiden Vereinen fand im Rahmen der ersten Runde des Schweizer Cups im September 2012 auf dem Liebefeld in Bern statt. In den vier Minuten vor der Pause war Tuggen beim Stand von 1:1 völlig von der Rolle; Köniz nutzte dies aus und erhöhte auf 3:1. Den Rückstand konnte der FCT trotz hochkarätiger Möglichkeiten nach der Pause nicht mehr wettmachen.

Eine Pleite der ganz bitteren Sorte war die 1:5-Klatsche im Oktober 2013. Köniz ging in Führung, Tuggen drückte auf den Ausgleich, musste dann aber – wieder unmittelbar vor dem Pausenpfiff – einen äusserst unglücklichen Gegentreffer hinnehmen. Via Pfosten und Rücken von FCT-Goalie Bernet fand der Ball den Weg ins Tor. Senn gelang dann nach einer Stunde der Anschlusstreffer, die Tuggner drückten auf den Ausgleich. Zwei Kontertore und ein Penalty sorgten dann jedoch für klare Verhältnisse.

Im Mai 2014 deutete dann alles auf einen Tuggner Sieg hin. Mit dem Selbstvertrauen von sieben Partien ohne Niederlage und dem denkwürdigen 4:0-Auswärtssieg beim späteren Aufsteiger Le Mont im Rücken legte Tuggen los wie die Feuerwehr und führte zur Pause 2:0. Köniz glich die Partie aber aus und kam in der 89. Minute zum Siegtreffer. Die vierte Partie schliesslich – das Hinspiel dieser Saison – war nach der frühen roten Karte von Patrick Peters schon fast entschieden. Tuggen hielt mit zehn Mann gut dagegen, verlor aber 2:4.

Positive Aspekte mitnehmen
Seit die Promotion League eingeführt wurde, gehört der FC Köniz zu den Spitzenteams. Der Berner Quartierclub ist, wie Tuggen, kein Ausbildungsverein. Er arbeitet hauptsächlich mit «fertigen» Spielern, investiert viel Geld in Routiniers. Das Kader der Berner verfügt über die Erfahrung von knapp 700 Super- und 650 Challenge-League-Spielen und ist, für Amateurfussball-Verhältnisse, ein Starensemble. Prominentester Name: Carlos Varela, die frühere Reizfigur im Schweizer Fussball, die gerade seinen x-ten Frühling erlebt.

Die Tuggner brauchen sich mit ihrem Kader aber nicht zu verstecken und werden mit viel Selbstvertrauen ins Spiel gehen. Trainer Allenspach wird seiner Mannschaft die positiven Aspekte vom Derby gegen Rapperswil-Jona mit auf den Weg geben. Das Defensivspiel um das neu formierte Innenverteidiger-Duo Dominik Schiendorfer/Nico Weibel überzeugte, man liess keine einzige nennenswerte Torchance zu. Der Neuzuzug Dominik Kuhn hatte als einzige Sturmspitze gegen die kompakte FCRJ-Abwehr einen schweren Stand, zeigte sich beim Debüt aber sehr lauffreudig und aktiv.

«Wir haben gezeigt, dass wir auch gegen die besten Teams der Liga bestehen können», sagte Dominik Schiendorfer nach der Partie. Ein Spitzenteam ist auch Köniz. Die 0:4-Niederlage gegen Brühl hat gezeigt, dass die Berner nicht unverwundbar sind.

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch

FC Tuggen - FC Köniz, Samstag, 16 Uhr, Stadion Linthstrasse

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