Der FC Tuggen spielt fast nie 0:0. Am Samstag im Derby gegen Rapperswil-Jona war es wieder so weit. Ein unglaublicher Zufall ist: Das letzte torlose Unentschieden liegt auf den Tag genau sechs Jahre zurück.

Gugelmann Zweikampf
Das Mittelfeld mit Gugelmann (14), D'Acunto (21) und Moser hinterliess gegen Rapperswil-Jona einen sehr soliden Eindruck (Archivbild: Carlo Stuppia)

Es war wahrlich keine grosse Fussballkost, die den 920 Zuschauern am Samstag vorgesetzt wurde. Einige verliessen das Stadion Grünfeld gar vor dem Schlusspfiff. Es war absehbar, dass sich die beiden Rivalen torlos trennen würden. Die Gastgeber schienen sich schon mitten in der zweiten Halbzeit mit einem Punkt abgefunden zu haben. Die Tuggner waren zwar sichtlich bemüht, noch die Entschiedung herbeizuführen; die Handbremse aber blieb angezogen. 


«Natürlich hätten wir gerne den Siegtreffer erzielt; er wäre in meinen Augen verdient gewesen», sagte Tuggens Verteidiger Dominik Schiendorfer nach der Partie. «Aber wir wollten keinesfalls verlieren. In erster Linie wollen wir uns gegen die hintere Tabellenregion absichern, und dies ist uns mit dem Unentschieden gelungen. Ich kann mit dem Punkt gut leben.»

Anstatt alles zu riskieren auch mal einen Punkt mitnehmen – diese Qualität ist bei Tuggen, etwas überspitzt formuliert, ein Novum. In jüngerer Vergangenheit suchten die Märchler schon einige Male in der Schlussphase den Sieg, standen dann aber mit leeren Händen da. «Ich kann mich nicht erinnern, mit Tuggen je unentschieden gespielt zu haben», sagte denn auch Schiendorfer. In der Tat spielt der FCT nur sehr selten remis, noch seltener 0:0. Das letzte torlose Unentschieden in der Meisterschaft datiert vom 14. März 2009, also auf den Tag genau vor sechs Jahren. Gegner damals war Eschen/Mauren.

Vor der Pause ausgewechselt
Das Derby am Samstag verlief grösstenteils ereignisarm. In der ersten Halbzeit sorgte einzig der Rapperswiler Aussenverteidiger Fabio Schmid für Gesprächsstoff. Nach einer halben Stunde verwarnt, lief Schmid mit zwei unnötigen Fouls innert Kürze Gefahr, vom Platz zu fliegen. FCRJ-Trainer
Stefan Flühmann sah sich gezwungen, seinen akut rotgefährdeten Spieler noch vor dem Pausenpfiff vom Feld zu nehmen.

Der Penaltypfiff blieb aus
Der grösste Aufreger in der zweiten Halbzeit ereignete sich nach etwas mehr als 60 Minuten. Veton Krasniqi – mit einem perfekten Pass von Jonas Moser in Szene gesetzt – wurde beim Versuch, den Torhüter zu umspielen, vom FCRJ-Schlussmann Diego Yanz von den Beinen geholt. Der Pfiff blieb aus. Es war der wohl einzige Fehlentscheid der Schiedsrichterin Ghisletta, die das ruppige, aber nicht gehässige Spiel stets im Griff hatte.

Die Offensive des aktuellen Tabellenzweiten Rapperswil-Jona präsentierte sich an diesem Nachmittag erschreckend harmlos. Die St. Galler operierten immer wieder mit  hohen, weiten Bällen und konnten sich keine einzige nenenswerte Torchance notieren lassen. Dies lag aber auch an der gut organiserten Defensive der Gäste. Sandro Gugelmann, Davide D’Acunto und Rückkehrer Jonas Moser im zentralen Mittelfeld der Tuggner stoppten die Angriffe schon früh, obwohl alle drei nur schon aufgrund ihrer Körpergrösse nicht als Kopfballungeheuer bekannt sind. «Oberstes Ziel heute war, defensiv solide zu stehen und nicht viel zuzulassen. Dies ist uns gelungen», so Schiendorfer.

Mehr Spielanteile, kaum Ertrag
Offensiv versuchte Tuggen zwar immer wieder, Akzente zu setzen, doch die dichte Rapperswiler Hintermannschaft zeigte sich auf der Höhe ihrer Aufgabe. Auch Märchler Torchancen waren Mangelware. Und so muss sich der FC Tuggen – mehr Spielanteile hin oder her – mit diesem einen Punkt zufrieden geben.

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch


Rapperswil-Jona – Tuggen 0:0
Grünfeld. 920 Zuschauer. SR: Simona Ghisletta.

Rapperswil-Jona: Yanz; Schmid (44. Samson), Kllokoqi, 
Di Dio, Desole; Ocana, Kubli; Santillo, Ramadani (81. Pecci), 
Da Silva; Fernando (62. Jakupov).  
Tuggen: Gafner; Tinner (76. Russheim), Weibel, Dominik Schiendorfer, Schlauri (69. Antonio Piperno); D’Acunto, Gugelmann; Senn, Moser, Krasniqi (69. Murtisi); Kuhn.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Pepperday, Lo Russo (verletzt) sowie Letica, Gavric und Morina (nicht im Aufgebot). Tuggen ohne Waldvogel, Gallo, Cyril Schiendorfer, Santana (verletzt) und Güntensperger (gesperrt).
Verwarnungen: 
29. Schmid (Foul), 41. Krasniqi (Foul), 45. D’Acunto (Foul), 
59. Kubli (Foul), 68. Schiendorfer (Reklamieren), 92. Moser (Foul).



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