Der FC Tuggen verliert gegen Nyon 0:4 und geht mit mehr Niederlagen (9) als Siegen (8) in die Winterpause. Das gab es zuletzt vor 14 Jahren (!). Weitere schlechte Nachricht: Mit Christian Fassnacht wechselt der beste Torschütze wohl nach Winterthur.  

Fassnacht Christian Dia Nbaye Babacar-1
Neben dem Spiel verliert der FCT in der Winterpause wohl auch noch Topskorer Christian Fassnacht (Archivbild: Carlo Stuppia) 

Gerne hätte der FC Tuggen die Herbstrunde mit einem Sieg, 27 Punkten, auf dem sechsten Rang und einem positiven Sieg-/Niederlagen-Verhältnis abgeschlossen. Doch es kam nicht dazu. Die Märchler wurden von Stade Nyonnais diskussionslos mit 4:0 nach Hause geschickt.  

Beide Mannschaften kämpften mit harten Bandagen. «Die Intensität ist mir zu hoch», stellte Schiedsrichter Jan Schenk nach einem harten Einsteigen von Raymond Tinner klar. Es war in der Tat ein intensives Spiel. Die Partie lebte von Zweikämpfen statt schönen Ballstafetten wie man dies aufgrund des tiefen und schwer bespielbaren Terrains bereits vor der Partie erwarten konnte.

Nicht erwartet hingegen war die klare Niederlage Tuggens. Auch nach 45 Minuten, als sich Tuggen mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine verabschiedete, schien aus Märchler Sicht noch alles möglich. Denn Nyon war nicht zwingend die bessere Mannschaft, ging aber nach einer Unachtsamkeit der Gäste früh in Führung.

Nyon war bissiger
Dass sich die Gastgeber aber vor allem im zweiten Abschnitt ein klares Chancenplus erarbeiteten, war kein Zufall. Nyon war bissiger, aggressiver, gewann mehr Zweikämpfe, war oft einen Schritt voraus. Und wenn sich dann noch individuelle Fehler wie der haarsträubende Querschläger von Patrick Peters einschleichen, kann in dieser Liga kein Spiel gewonnen werden. Es lief die 50. Minute, als Dugourd Peters Geschenk annahm und alleine vor Waldvogel zum 2:0 einschoss. Drei Minuten später stellte eben dieser Dugourd mit seinem dritten Treffer auf 3:0. Es war die Entscheidung. Tuggen kam erst wieder zu Torchancen, als der Kessel bereits geflickt war. Zum vierten Mal in Serie folgte so auf einen Tuggner Sieg eine Pleite.

Zwei Gegentore pro Spiel
Es war das bereits fünfte Spiel in dieser Saison, in dem Tuggen vier Gegentore hinnehmen musste. Dies muss nicht unbedingt eine durchwegs instabile Defensive bedeuten, liess man doch siebenmal nur einen oder gar keinen Gegentreffer zu. Der FCT muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, dass 34 Gegentreffer in 17 Spielen einfach zu viel sind, um vorne mitzuspielen.

Vorne mitspielen. Schon fast traditionell der Anspruch der besten Fussballmannschaft des Kantons. Doch nun findet sich Tuggen zur Winterpause in der unteren Tabellenhälfte wieder, mit mehr Niederlagen als Siegen auf dem Konto. Dies gab es an der Linthstrasse letztmals im Jahr 2000. Als kritisch, gar dramatisch ist die Situation dennoch nicht zu bezeichnen. Das fünftplatzierte YF Juventus, die somit Viertbeste Nicht-U21-Mannschaft, liegt nur drei Punkte voraus. Die direkte Cup-Qualifikation ist also nach wie vor mehr als realistisch.

Fassnacht wohl zu Winti
Will Tuggen ab März wieder nach oben klettern, muss es aber reagieren. Mit Allex Titton verlor der FCT bereits im Verlauf der Hinrunde einen Stürmer, mit Christian Fassnacht geht mit grosser Wahrscheinlichkeit auch ein zweiter. Er dürfte seine Karriere in der Challenge League beim FC Winterthur fortsetzen.
Dieser Abgang wäre äusserst schmerzvoll. Fassnacht war vor allem zu Saisonbeginn die Lebensversicherung Tuggens, sicherte seiner Mannschaft mit seinen Treffern mehrere Punkte. Mit zehn Toren ist er klarer Topskorer des Teams. Auf Rang zwei folgt Javier Santana – mit vier Torerfolgen. Geht auch Fassnacht, verbleibt mit dem verletzungsanfälligen Flavio Piperno nur noch ein nomineller Stürmer im Tuggner Kader. Trainer Allenspach wird sich im Winter erneut nach Verstärkungen umsehen (müssen).

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch


Stade Nyonnais – Tuggen 4:0 (1:0)
Colovray, 225 Zuschauer. SR: Jan Schenk.
Tore: 9. Dugourd 1:0; 50. Dugourd 2:0; 53. Dugourd 3:0; 72. Dia Mbaye 4:0.

Nyon: Motumbo; Gormond, Maric, Dia Mbaye, Dylan Tavares; Ramadani, Bajraktari, Varela (73. Lewis Tavares), Brito (61. Piccot); Fargues, Dugourd (79. Begzadic).
Tuggen: Waldvogel; Tinner, Dominik Schiendorfer (69. Weibel), Peters, Gugelmann (46. Manca); Cyril Schiendorfer, D’Acunto; Güntensperger, Senn, Krasniqi; Fassnacht (69. Weibel).
Bemerkungen: Nyon ohne Bega (gesperrt), Ferati, Cea Calatayud, Späth (alle verletzt) Amougu, Faria da Cruz und Hornung (alle nicht im Aufgebot). Tuggen ohne Flavio und Antonio Piperno und Schlauri (alle verletzt) sowie Santana (gesperrt).
Verwarnungen: 57. Güntensperger (Foul), 68. Krasniqi (Foul). 86. Tinner (Foul).


Teilen: