Der FC Tuggen konnte in Zürich bis sechs Minuten vor Schluss eine 1:0 Führung mit einem Mann weniger verteidigen. Dann schlugen die jungen Zürcher zweimal innerhalb von zwei Minuten zu.


Am Schluss waren die Zürcher Tuggen trotz langem Rückstand einen Schritt voraus (Archivbild: Carlo Stuppia)

Die Niederlage des FC Tuggen auswärts beim Nachwuchs des FC Zürich kann in die Kategorie «unnötig» eingeordnet werden. «Eigentlich hatten wir alles im Griff», so Verteidiger Sandro Gugelmann. «Wir wussten, dass Zürich viele Ballkontakte haben wird. Aber nach der rote Karte gegen uns lief das Spiel nicht mehr für uns.» Genau so war es über weite Strecken des Spiels. Die Einheimischen zirkulierten den Ball lange in ihren eigenen Reihen, aber an der Tuggner Strafraumgrenze war bis kurz vor Schluss Ende der Herrlichkeit. Es waren die Tuggner, die zu Beginn die besseren Möglichkeiten hatten, dabei aber oft von Fehlern der Zürcher profitieren konnte. Ein erstes Mal prüfte Christian Fassnacht Torhüter Novem Baumann, nachdem er völlig frei stehend vom Zürcher Verteidiger Louis Geberstorf angespielt worden war. Der Topstürmer der Tuggner machte in dieser Situation viel zu wenig, war wohl auch etwas überrascht vom Zürcher Angebot. Erst nach einer halben Stunde kam Zürich zu einer ersten Mini-Möglichkeit, doch Dimitri Oberlins Kopfball strich harmlos am Tuggner Tor vorbei.

Tuggen hatte alles im Griff
Besser machten es die Tuggner auf der anderen Seite. Praktisch im Gegenstoss waren sich wieder Geberstorf und Baumann uneinig, Daniel Senn schob sich zwischen die beiden Zürcher und legte den Ball per Kopf zum völlig frei stehenden Fassnacht. Dessen zehnter Treffer für die Tuggner war nur noch Formsache. «Danach hätte wir eigentlich die Möglichkeit gehabt, den Sack zuzumachen, aber wir haben es verpasst, den zweiten Treffer nachzulegen», so Captain Daniel Senn. Roman Güntenspergers Schuss landete kurz vor der Pause in den Armen des Zürcher Torwarts (42.).

Der Zürcher Nachwuchs agierte auch in der zweiten Hälfte eher hektisch, suchte sein Heil vor allem mit langen Zuspielen. Diese wurden alle eine sichere Beute, bis Raymond Tinner nach einem Foulspiel mit seiner zweiten gelben Karte unter die Dusche geschickt wurde. Nun witterten die Hausherren erst recht Morgenluft, ohne aber wirklich zwingend zu sein. Auch in dieser Phase hätte Tuggen die Möglichkeit gehabt, noch ein Tor nachzulegen, Senn scheiterte nach einem Konter (73.) «Da Zürich viel den Ball hatte, ging uns langsam aber sicher mit einem Mann weniger die Luft aus», so Gugelmann weiter, «und dann passierte halt das, was immer passsieren kann.»

Entscheidung kurz vor Schluss
Er sprach die zwei Tore an, die kurz vor Schluss Tuggen doch noch den Sieg raubten. Der eingewechselte Marvin Graf stieg nach einem Corner am höchsten und köpfte das Leder in die weite Tuggner Torecke. Nun rechneten alle mit einem leistungsgerechten Unentschieden, als nur zwei Minuten später der Ball am Tuggner Strafraum Oberlin vor die Füsse fiel. Der Stürmer fackelte nicht lange und haute den Ball in Gallos linke hohe Ecke. Natürlich war das die Entscheidung. Tuggen hatte keine Kraft mehr, in den letzten Minuten den Zürchern den ersten Heimsieg in dieser Saison doch noch streitig zu machen. Unschöne Szenen gab es nach Abpfiff des unsicheren Schiedsrichters Luca Gut, als mehrere Spieler am Spielfeldrand und nachher in den Kabinen aufeinander losgingen.

Bericht: Franz Feldmann, www.marchanzeiger.ch


FC Zürich 2 - Tuggen 2:1 (0:1)
Heerenschürli. 150 Zuschauer. SR Luca Gut.
Tore:  30. Fassnacht 0:1, 84. Graf 1:1, 86. Oberlin 2:1.


FC Zürich 2: Baumann; Gebistorf, Alesevic, Kleiber; Brunner Cédric, Sow (77. Grgic); Gautreaux (69. Nsiala), Markaj, Salija; Oberlin, Rossini (61. Graf).

Tuggen: Gallo; Tinner, Gugelmann, Peters, Schlauri (77. Krasniqi); Senn, D’Acunto, Güntensperger (66. Schiendorfer), Schiendorfer Cyrill (90. Russheim), Santana; Fassnacht. –
Bemerkungen: FC Zürich 2 ohne Celiker, Cirelli, Janjicic, Rubangura, Schmid, von Niederhäusern, Zoller (alle verletzt), Ribeiro (U18); Tuggen ohne Manca (gesperrt), Waldvogel, Piperno Flavio, Piperno Antonio, Titton (alle verletzt).
Verwarnungen:  21. Brunner, 44. Tinner, 53. Sow (alle wegen Fouls), 85. Fassnacht (Reklamieren), 91. Russheim (Foul). Platzverweis: 66. Tinner (Foul), 93. Brunner (Unsportlichkeit). Corner: 4:1 (1:1).


Teilen: