Ein weiterer Tiefpunkt in der noch jungen Saison: Tuggen verliert gegen YF Juventus sang- und klanglos 1:4 und damit zum fünften Mal in Serie. Es passt zur Situation, dass ausgerechnet die Ex-Tuggner Murati und Doda die Partie entschieden.


Dein Barreiro lässt FCT-Keeper Waldvogel keine Chance und schiesst zum 0:2 ein (Bild: Carlo Stuppia)

Kurz nach Anpfiff, kurz vor der Pause, kurz nach der Pause: Drei YF-Treffer zu sogenannt perfekten Zeitpunkten entschieden die Partie früh. Es liess sich aber nicht erst nach dem dritten Tuggner Gegentor erahnen, wie diese Partie ausgehen könnte. Denn die Hintermannschaft leistete wenige Sekunden nach Anpfiff nur wenig Widerstand, als ein YF-Spieler den Ball energisch in den Strafraum trug und anschliessend die Torvorlage für den völlig freistehenden Teamkollegen leistete. Die Protagonisten dieser Szene: Vilson Doda (Vorbereiter) und Almir Murati (Torschütze), in der vergangenen Saison für insgesamt 21 FCT-Tore verantwortlich. Das Sturmduo genoss es sichtlich, an alter Wirkungsstätte aufzulaufen. «Es war schön, gegen die alten Teamkollegen zu spielen. Zum Glück entwickelte sich kein gehässiges, sondern ein faires Spiel», so Murati.

Wie im Flipperkasten
In der 48. Minute trug sich auch Doda in die Torschützenliste ein. Das Leder spickte durch den Tuggner Strafraum wie im Flipperkasten, die Einheimischen waren nicht mal nahe dran, den Ball aus der Gefahrenzone zu spedieren. Der x-te Abschluss der Zürcher innert Sekunden – auch Murati probierte sich – landete durch Doda im Netz. Auch zuvor beim 0:2 verhielt sich der Gastgeber passiv: Nicht wie der FCT schaltete YF nach einem Ballverlust Tuggens sofort um. Dein Barreiro schloss den Konter sehenswert ab. Das Tuggner Aufbäumen nach dem 0:3 brachte den Anschlusstreffer Santanas via Handspenalty – mehr nicht.

«Es ist momentan wie in einem Albtraum», sagte ein sichtlich unzufriedener Captain Senn nach der Partie. «Es läuft viel gegen uns. In Tuggen sind wir es uns nicht gewohnt, zu Saisonbeginn so oft zu verlieren.» Die Zuversicht hat der Tuggner Captain dennoch nicht verloren. «Ich glaube, dass uns am Sonntag gegen Delémont genauso ein Befreiungsschlag gelingt wie YF Juventus heute.»

Prädikat ungenügend
Mangelnden Einsatz konnte man den Tuggnern nicht vorwerfen. Sie wollten, sie versuchten – doch es ging nicht. Ausserdem legte YF eine erstaunliche Effizienz an den Tag. Will der FCT aber aus der Krise herausfinden, muss er sein Spiel verbessern. Denn an diesem Nachmittag fehlte es an Vielem. Das Defensivverhalten, Flankenbälle und vor allem das Umschaltspiel verdienten an diesem Nachmittag lediglich das Prädikat ungenügend. Es muss jedoch auch festgehalten werden, dass mit Gugelmann, Schlauri, Krasniqi, Cyril Schiendorfer und Peters mehrere Teamstützen fehlten. So viele Ausfälle scheint das qualitativ starke, aber schmale Kader nur schwer zu verkraften.

Zwei Premieren
Erstmals seit seinem Kreuzbandriss vor rund einem Jahr kam Luca Russheim am Samstag wieder zu einem Teileinsatz – und er erlebte sogleich einen Schockmoment, als er von Trovato förmlich umgesäbelt wurde. Den Einstand im Tuggner Dress gab Flavio Piperno, der kurz vor Schluss seinen Bruder Antonio ersetzte.

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch


Tuggen – YF Juventus 1:4 (0:2)
Linthstrasse, 320 Zuschauer. SR: Luca Gut
Tore: 1. Murati 0:1; 41. Barreiro 0:2; 48. Doda 0:3; 56. Santana (Handspenalty )1:3; 64. Barreiro 1:4.

Tuggen: Waldvogel; Manca, Tinner, Weibel, Antonio Piperno (84. Flavio Piperno); D’Acunto, Dominik Schiendorfer (59. Titton); Senn, Santana (76. Russheim), Güntensperger; Fassnacht.
YF Juventus: Kostadinovic; Hasanaj, Zuffi, Trovato, Bristot; Ahmetaj (86. Mukinisa), Mutter, Ndoy, Barreiro (81. Markanovic); Murati, Doda (79. Senicanin).
Bemerkungen: Tuggen ohne Cyril Schiendorfer (verletzt), Schlauri (abwesend), Peters, Gugelmann und Krasniqi (alle gesperrt).
Verwarnungen: 3. Santana (Foul), 32. Zuffi (Foul), 37. Hasanaj (Foul), 64. Fassnacht (Foul), 88. Trovato (Foul);
85. Pfostenschuss Manca.


Teilen: