Nichts war mehr wie vorher, als Patrick Peters nach einer Viertelstunde des Feldes verwiesen wurde. Die frühe Rote Karte lenkte die Partie zwischen Köniz und Tuggen (4:2) in entscheidende Bahnen.


Innenverteidiger Peters wurde bereits in der 15. Minute des Feldes verwiesen (Archivbild: Carlo Stuppia)

Der Fast-Aufsteiger Köniz hat nachgerüstet. Das ohnehin starke Kader hat im Vergleich zu letzter Saison nochmals enorm an Qualität gewonnen. Alessandro Ciarrocchi kam aus Chiasso, Edeltechniker Sid-Ahmet Bouziane aus Le Mont. Letzterer war gegen den FCT aber noch nicht spielberechtigt. Dazu gesellt sich Verteidiger Jiri Koubsky zu einer Reihe von klingenden Namen wie Carlos Varela, Miguel Portillo oder Jean-Michel Tchouga, allesamt ehemalige Super-League-Kicker in Reihen des FC Köniz.

Defensive, kompakte Tuggner
Die Tuggner wussten sichtlich um die Stärke des Gegners, überliessen den Einheimischen das Spieldiktat. Bis zur 15. Minute ging das Konzept auf: Tuggen stand enorm kompakt, störte das Aufbauspiel der Berner nicht früh, aber konsequent. Rasch aber, viel zu rasch gar aus Sicht des FCT, war die Ordnung in Tuggens Hintermannschaft Geschichte. Osmani konnte von Peters nur noch mit einem Foul daran gehindert werden, alleine auf Waldvogel loszulaufen. Dem Deutschen wurde zu Recht die Rote Karte gezeigt.

Trainer Allenspach wollte auf den Platzverweis mit der Einwechslung des Verteidigers Nico Weibel reagieren, was zeigte, dass die Tuggner Prioritäten in diesem Spiel auf der Defensive lagen. Schliesslich spielte mit Dominik Schiendorfer ein valabler Innenverteidiger im defensiven Mittelfeld neben Davide D’Acunto. Der bereits warmgelaufene Weibel setzte sich aber in der 24. Minute wieder auf die Ersatzbank. Sekunden zuvor brachte Carlos Varela einen nicht sonderlich scharf getretenen Freistoss aus 25 Metern im Tor unter. Eine Viertelstunde später bereitete Varela das 2:0 Ciarrocchis mustergültig vor. Es war, im Nachhinein, die Entscheidung.

Zwei Anschlusstreffer
Der FCT gab sich aber zu keinem Zeitpunkt geschlagen. Auch aufgrund Nachlässigkeiten der Könizer Defensive gelangen dem FCT zwei Anschlusstreffer (41. Santana tankte sich nicht filigran, aber wirkunsvoll durch die Verteidigung; 65. Fassnacht staubt erfolgreich ab). Der Sieg der Berner war jedoch nie ernsthaft in Gefahr. Zu schwer wog das Handicap eines Spielers weniger auf dem Feld. Zudem fand Tuggen nach dem Platzverweis seines Abwehrchefs nie mehr zu der Ordnung zurück, die es in der Startviertelstunde noch auszeichnete.

Charakter gezeigt
Wie schon in den zwei Partien gegen Köniz in der vergangenen Saison, wie schon im Derby gegen Rapperswil-Jona: Dem FCT fehlte auch am Samstag gegen einen starken Gegner ein Quäntchen Glück. Den Märchlern muss man aber zugute halten, dass man Charakter zeigte und bis zum Schluss kämpfte. Denn der Spielverlauf war für die Tuggner frustrierend: Mit einem Mann weniger wurde die Partie zwar stets offen gehalten; einem Rückstand mussten die Märchler dennoch ständig nachrennen. Der aufgestaute Frust der Tuggner entlud sich diesmal – wie sonst manchmal zu beobachten – nicht auf unschöne Art und Weise in Richtung Gegenspieler.

Bericht: Andreas Züger, www.marchanzeiger.ch


Köniz – Tuggen 4:2 (2:1)
Liebefeld, 350 Zuschauer. SR: Urs Schnyder
Tore: 24. Varela 1:0; 40. Ciarrocchi 2:0. 41. Santana 2:1. 55. Osmani 3:1. 65. Fassnacht 3:2. 76. Tchouga 4:2.

Köniz: Ruiz; Schwab, Portillo, Koubsky, Rizzo; Varela (87. Koné), Friedli, Fermino, Colic (75. Spahiu); Ciarrocchi, Osmani (56. Tchouga).
Tuggen: Waldvogel; Manca (79. Russheim), Tinner, Peters, Schlaur; D’Acunto, Dominik Schiendorfer (65. Weibel); Güntensperger (46. Piperno), Santana, Senn; Fassnacht 

Bemerkungen: Köniz ohne Balmer, Sabanovic, Franjic, Yerly (alle verletzt), Tugal (abwesend), Walther, Schindler, Malli (alle 2. Mannschaft), Bouziane und Gigic (keine Spielberechtigung). Tuggen ohne Cyril Schiendorfer, Flavio Piperno (verletzt), Krasniqi und Gugelmann (beide gesperrt). Verwarnungen: 37. Güntensperger (Foul), 70. Schlauri (Foul), 71. Tinner (Foul), 81. Schwab (Foul), Platzverweis: 15. Peters (Notbremse).




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